Prosa
Eseleien

Dieter Goltzsche und Ingeborg Baier-Fraenger im Dialog über Esel

Bibliotheca Fraengeriana, Bd. IV

Von 1979 bis 1993 wanderten zwischen Ingeborg Baier-Fraenger (1926–1994), der in Potsdam-Babelsberg lebenden Pflegetochter des Kunsthistorikers Wilhelm Fraenger (1890–1964), und dem in Berlin-Köpenick ansässigen Künstler Dieter Goltzsche (*1934) Esel hin und her – von Goltzsche „Eselpost“ genannt. Vermittelt hatte den Kontakt Erhard Frommhold, Cheflektor des Verlages der Kunst in Dresden, wo 1975 eine Hieronymus-Bosch-Monografie aus dem Nachlass von Wilhelm Fraenger erschienen war. Eine Brieffreundschaft entstand, bei der Ingeborg Baier-Fraenger sich von Dieter Goltzsche immer wieder künstlerisch gestaltete Esel wünschte und dies mit thematisch passenden Zitaten aus der Weltliteratur untermauerte. Der Kunsthistoriker Christof Baier kontrastiert diese Textauswahl (von Äsop über Hans Sachs, Charles Dickens und Brehms Tierleben bis hin zu William Faulkner und Juan Ramón Jiménez) mit den jeweiligen Antworten von Goltzsche, Dutzenden kleinen Kunstwerken, bei deren Ausführung sich der Künstler unterschiedlicher Techniken bediente – von der Tuschzeichnung bis hin zur Collage. Dabei war ihm die Postkarte der bevorzugte Bildträger, sodass die „Eselpost“ duchaus auch als Mail Art bezeichnet werden kann.

20,00 €*
Neu
/ Der Ketzer von Soana

Mit Radierungen von Hans Meid, mit einem Nachwort von Stefan Rohlfs

Erkneraner Ausgabe, Bd. 3

Mit der erstmals 1918 in der Neuen Rundschau veröffentlichten Novelle Der Ketzer von Soana feierte Gerhart Hauptmann einen der größten Erfolge als Erzähler. Hauptmann schildert hier die leidenschaftliche Liebe des jungen Priesters Francesco zu der fünfzehnjähigen Ziegenhirtin Agata. Im letzten Kriegsjahr war das Publikum für solch einen Stoff empfänglich, es war von der Sehnsucht nach Frieden erfüllt und der militärischen Thematik überdrüssig. So kam die Novelle, die eine Glückserfüllung vergegenwärtigte, gerade recht. Selten fielen die Rezensionen für ein Hauptmann-Werk so unterschiedlich aus. Während evangelische Kirchenkreise die Novelle zum Anlass nahmen, eine heftige Attacke gegen Autor und Verlag zu führen, zeigten sich Vertreter der literarischen Moderne begeistert und sahen darin eine „tiefe, heilende Erquickung“ (Walther Rathenau). Dem dritten Band der Erkneraner Ausgabe sind die Radierungen von Hans Meid beigegeben, mit denen die Ausgabe von 1926 bei S. Fischer illustriert war.

15,00 €*
Neu
/ Irjendwat is imma

Mit Illustrationen von Antje Püpke

Ute Apitz sieht genau hin und sich selbst tief in die Seele. Ihre Anekdoten und Gedichte in Berliner Mundart sind spritzig, urkomisch und ab und zu eigentlich zum Heulen, wenn sie nicht so lustig wären. Sie erzählt vom Versprechen, Verlieben, Verweigern, vom Vergessen, Versagen und vom Vergeben. Mit Charme, Humor und großem Herzen hält sie sich und den Leserinnen und Lesern den Spiegel vor, damit sie erkennen, wer sie sind: immer Suchende. Durch den Berliner Dialekt tauchen sie in ein Stück Berlin-brandenburgische Lebenswelt ein, die in Hochsprache so nicht beschreibbar wäre. Antje Püpke illustriert fantasievoll und mit feinem Gespür für die Untertöne, die sie so zum Schwingen und Klingen bringt. Sie liebt das Berlinern und fand so den direkten Draht zu Ute Apitz, deren sinnliche und humorvolle Texte sie manchmal mit einem Lachen im Herzen und einer Träne im Auge oder umgekehrt in Bilder übersetzt hat.

15,00 €*
Tipp
Neu
Verlorene Briefe

Kein klingelndes Telefon, kein Brief, keine Mail, alles ist tot mit „gefüllter Leere“. Plötzlich erwacht ein neues Leben in Briefen an eine längst verflossene Liebe. Jahre rauschen vorüber und machen sich an Beobachtungen, Anekdoten im Hier und Jetzt fest. Rückblickend beginnt man die Unmöglichkeit des Möglichen zu begreifen und vielleicht auch zu verstehen. Maria Herrlich erzählt in ihren Verlorenen Briefen von Treue, Vertrauen, Schuld und Verrat – und das alles ohne Lösungsvorschlag. Sie beschreibt augenzwinkernd, komisch, bisweilen ernst den Lebenslauf der Liebe, ohne ihn je bloßstellen zu wollen. Ihre Erzählerin beobachtet klug, was um sie herum geschieht, sieht die Einsamkeit, aber auch die Freuden des Alleinseins ganz klar.Vielleicht findet sich am Ende zwischen all der Werbung und den Rechnungen doch einmal ein handgeschriebener Brief, beklebt mit einer ausgesucht schönen Briefmarke …

15,00 €*
Neu
Der Besuch der Mutter

Berliner Geschichten

Joochen Laabs gilt als meisterlicher Geschichtenerzähler. Sein Stoff ist das schwer zu fassende Innere des Einzelnen, das von der Außenwelt umklammert wird. Dabei ist er ein genauer Beobachter der scheinbar nebensächlichen Dinge, Gesten und Verhaltensweisen, in denen sich so viel über die Menschen, ihre Zwänge und Erwartungen, ihre Ängste und Hoffnungen ausdrückt. Das Arglos-Alltägliche, betörend konkret erfasst, gleitet dabei unversehens ins Hinterhältige und Beklemmende. Spätestens hier weitet sich sein Blick auf die historischen Eckpfeiler, denen niemand entkommt. Es sind leise Geschichten ohne Pathos und Larmoyanz, von Ironie und Witz durchwebt, voller Sympathie für wenig heldenhafte Figuren und deren Schicksale. In den Erzählungen ist ein unverkennbar kritischer Blick auf die von zweierlei Erfahrungen geprägten Lebensläufe gerichtet, die sich durch Bau und Fall der Mauer zwischen Ost und West so verschieden verfestigten. Doch Laabs findet einen Notausgang aus den scheinbaren Parallelwelten: die Literatur.

18,00 €*
Tipp
Neu
Die fünfte Nacht

Roman

Paul ist Straßenbahnfahrer in Duisburg. Als er sich auf ein Abenteuer mit der sehr viel jüngeren Séverine einlässt, zerbricht seine Ehe. Zwei Obsessionen befallen ihn immer wieder: Die eine kreist um eine nervöse Spannung, die für ihn in der Luft liegt, fast greifbar unter den Fahrgästen, die andere um Einstürze im durch den Bergbau unterhöhlten Revier, Tagesbrüche genannt – ein Wort, das ihm Furcht einflößt. In Gedanken sieht er die Gegend langsam, aber sicher versinken. Paul lernt die ungleichen Brüder Yann und Wolle kennen. Während Yann bei der Antifa aktiv ist und in einem Blog islamistische Strömungen anprangert, gilt Wolle als berüchtigter rechter Hooligan. Yann hat zwei beste Freunde, den Kurden Baran und den schwarzen Softwareentwickler Kymani, der fast irre wird bei der Frage, woher er komme, aber geduldig antwortet: aus Oberhausen. Vor einer Kneipe wird Wolle niedergestochen, worauf Yann ihn vorübergehend bei sich aufnimmt. Und dann stürzt eine rassistisch motivierte Amokfahrt alle in großes Entsetzen … Eindringlich schildert Ralph Hammerthaler unterschiedliche soziale Milieus und eine ganze Reihe von Figuren, die das Wort von der Migrationsgesellschaft, die das Revier seit Langem prägt, mit Leben erfüllen. Und er zeigt Risse auf, die sich für seine Protagonisten unmerklich auftun. Die Buchinformation zum Download.

24,00 €*
Tipp
Neu
/ / Aus dem Irrgarten der Literatur

Lyrisches, Prosaisches, Autobiographisches, Erlebtes und Erfundenes

Der Münchner Literat Otto Julius Bierbaum (1865–1910) ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Jahrhundertwende. Seine Bücher sind Bestseller, die in etlichen Auflagen erscheinen. Rastlos schreibt und publiziert er und durchquert dabei verschiedene Genres: Neben der Lyrik und seinen Romanen mischt Bierbaum sich mit Essays in die Literatur- und Kunstdebatten um die Moderne ein, engagiert sich für das Kabarett als Kunstform und überführt den Reisebericht ins automobile und touristische Zeitalter. Er gilt um 1900 als einer der wichtigsten deutschen Lyriker, sein Roman Stilpe zählt für einige Zeitgenossen zu den besten Romanen der Zeit, und die von ihm mitbegründete Zeitschrift Die Insel schreibt Literatur- und Buchkunstgeschichte. Mit zahllosen Künstlern seiner Zeit steht er im Austausch, setzt sich für das Werk Arnold Böcklins ein und fördert den jungen Rainer Maria Rilke, während Max Reger, Arnold Schönberg und Richard Strauss seine Gedichte vertonen. Die von Björn Weyand und Bernd Zegowitz sorgfältig edierte Auswahl aus Bierbaums Werken lädt dazu ein, diese literarische Schlüsselfigur der Jahrhundertwende wiederzuentdecken und sich mit Bierbaums Texten in eine Zeit zu begeben, die sich als Übergangszeit begreift und die gerade deshalb überaus vielgestaltig ist, weil sie nach neuen Formen sucht und diese erprobt. Ein Irrgarten, gelegentlich, in dem Bierbaum lustvoll umherwandelt und den er originell bereichert, immer getreu dem von ihm geprägten Motto: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“

28,00 €*
Neu
Stadt der ausgefallenen Leuchtbuchstaben

Isobel Markus erzählt Geschichten über Berlin und seine Menschen, die so vielfältig sind wie die Stadt selbst. Mal herzlich, mal derb und rau, abgefahren oder geerdet, skurril und verspielt oder sehr praktisch veranlagt, dabei immer mit einem liebevollen Blick und einem zwinkernden Auge. So lässt sich erfahren, wie es ist, wenn auf Friedhöfen Ehekrisen zum Leben erwachen, welche Schulabschlüsse man in Spätis erhalten kann, wie man nette Männer auf Tinder wieder los wird, wie man mit sechzehn seine Mutter beim Ausgehen austrickst und wie man als Mutter das Problem selbstgebastelter Adventskalender löst. Ein Buch für Berliner*innen und Berlin-Interessierte. Für Großstadtliebhaber*innen und -genervte. Für Landflüchtige und Stadteremiten. Für die Auffälligen und die Unsichtbaren.

15,00 €*
Neu
/ / Glückliche Wochen

Erzählungen

Die Erzählungen von Andreas Rasp (1921–2013) schildern Erlebnisse eines als „rassisch minderwertig“ abgestempelten Jugendlichen in den ersten Jahren des „Dritten Reiches“ und sein Exil in England. Neben diese autobiografischen Erzählungen treten satirische und fantastische Texte, die mit leichter Hand die Grundlage des westlichen Denkens hinterfragen – alle erwachsen aus genauer Beobachtung. Sie besitzen sprachliches Feingefühl und verfügen über einen bissigen, auch selbstironischen Humor. Andreas Rasp wuchs in Berlin in einem von Theater, Kunst und Literatur geprägten Milieu auf: Sein Großvater Felix Hollaender war Regisseur und Intendant des Deutschen Theaters, sein Vater Fritz Rasp ein bekannter Bühnen- und Filmschauspieler, seine Mutter Eva arbeitete als „Märchentante“ für den Rundfunk. Während des Exils lernte Rasp Ernst Gundolf kennen, der zum Kreis um Stefan George gehört hatte. Nach Studium und erster Berufstätigkeit kehrte er 1952 nach Deutschland zurück. Bis zu seiner Pensionierung unterrichtete er Englisch in Heidelberg. Dort lernte er Arnfrid Astel kennen, an dessen Zeitschrift Lyrische Hefte er redaktionell mitarbeitete und für die er eigene Beiträge schrieb. Ab 1964 entwickelte er eine eigene Maltechnik mit der Rohrfeder. Eine kleine Auswahl seiner Zeichnungen ist den Erzählungen beigegeben.

20,00 €*
Tipp
/ Hundert Arten auf den Wolf zu kommen

Mit zehn farbigen Illustrationen von Helge Leiberg

„Mama, ich hab Angst, ich kann nicht einschlafen. / Wovor hast du denn Angst? / Vor dem Wolf. Dass er herkommt“. Mateja Ellen Ruth Sarah Mutesius liegt im Dunkeln im Bett, überzeugt, dass der Wolf Mittel und Wege findet, zu ihr vorzudringen. Und was dann passiert, weiß sie aus Büchern. Ebenso wendig und findig wie die Tochter, die die möglichen Schlupflöcher des Wolfes ausbuchstabiert, reagiert die Mutter und beruhigt das Kind. So nimmt der existenziell verwobene Dialog von Tochter und Mutter seinen Lauf. Hundert Arten auf den Wolf zu kommen erzählt von verschlungenen Umwegen, die die Gedanken, zu Gestalten geworden, nehmen: Ein Erfinden aus Not wird zur Offenbarung, wie dem Wolf und der Angst beizukommen ist. Abkürzungen helfen nicht, aber vielleicht Kuchen mit Kirschen?Helge Leibergs Bilder nehmen die Gedanken von Tochter und Mutter in der Verfolgung der Schatten auf und beginnen ihrerseits eine poetische Reise – hinein in die Tagträume und Dunkelkammern der Fantasie, mit ungeahnten Dimensionen …

15,00 €*
/ Klartext: Bühne oder Feuer

Szenen, Gedichte, Prosa und Skizzen aus dem Nachlass

In Verbindung mit der Akademie der Künste herausgegeben von Kristin Schulz

„Als dem S. wieder mal der Stein den Berg runtergerollt war, sagte er laut: Jetzt ist aber Schluß mit der Scheiße, er vergrub den Stein in der Erde und wollte seiner Wege gehen. Wohin wußte er nicht.“ (Georg Seidel) Georg Seidel (1945–1990) ist noch immer ein Geheimtipp, obwohl er Anfang der 1990er-Jahre mit seinem Theaterstück Villa Jugend von der hymnischen Kritik gleich neben Heiner Müller platziert wurde. Der Band, der zu Ehren von Seidels 75. Geburtstag erscheint, versammelt zahlreiche unbekannte Texte aus dem Nachlass: autobiografische Notate, Programmatisches, Tagebucheinträge, Lyrik, Szenen und kurze Stücke sowie ein bisher ungespieltes Berlin-Stück, geschrieben 1987 anlässlich der bevorstehenden 750-Jahr-Feier der Stadt: ein grotesker Bilder- und Geschichtsbogen, gespannt über 200 Jahre, der den Fall der Mauer zwei Jahre vor dem tatsächlichen Ereignis vorwegnimmt. Geboren 1945 in Dessau, arbeitete Georg Seidel als gelernter Werkzeugmacher, ab 1968 als Bühnenarbeiter am Dessauer Theater. Die zugesagte Immatrikulation beim Leipziger Literaturinstitut Johannes R. Becher wurde zurückgezogen. Ab 1973 war er als Beleuchter tätig, ab 1975 am Deutschen Theater in Berlin, an dem er sieben Jahre später zum dramaturgischen Mitarbeiter aufstieg. Seit Ende 1987 schlug er sich als freischaffender Autor durch, bis er im Juni 1990 einem Krebsleiden erlag, ohne die erfolgreiche Uraufführung seines letzten Theaterstücks Villa Jugend am Berliner Ensemble noch mitzuerleben, für das er im selben Jahr postum den Mülheimer Dramatikerpreis erhielt.

20,00 €*
/ Die Insel der Großen Mutter oder Das Wunder von Île des Dames

Eine Geschichte aus dem utopischen Archipelagus

Erkneraner Ausgabe, Bd. 2

Mit einem Nachwort von Stefan Rohlfs Ähnlich wie in dem Roman Atlantis von 1912 stellt Gerhart Hauptmann in seinem 1924 erschienenen Insel-Roman eine in sich geschlossene Gesellschaft dar, die dazu verurteilt ist, über einen gewissen Zeitraum vom übrigen Weltgeschehen abgeschottet zu existieren. Nach einem Schiffsunglück, bei dem alle Männer untergegangen sind, landen die geretteten Frauen und Kinder auf einer unbewohnten Südseeinsel. Die Frauen müssen ihr Leben organisieren und bauen ein Gemeinwesen mit Verwaltung und einem Regelwerk für das Zusammenleben auf. Als einige der Frauen schwanger werden, wird eine Religion der unbefleckten Empfängnis etabliert. Die Schwangerschaften werden fortan der Gottheit Mukalinda zugeschrieben. So postulieren die Frauen eine männerlose Gesellschaft, getragen von einer mutterrechtlich bestimmten Kultur. Alle männlichen Neugeborenen werden auf einen entlegenen Platz der Insel verbannt … Gerhart Hauptmann karikierte mit diesem Roman die aus seiner Sicht übertriebene Frauenemanzipation. 1916 begonnen, setzte er den Schlachten des Weltkrieges das Bild der lebenserhaltenden mütterlichen Kraft entgegen. Dem Untergang folgt die Erschaffung einer neuen Kultur. Insofern greift der auf den ersten Blick utopische Romanstoff durchaus Fragen der Zeit auf. Der zweite Band der Erkneraner Ausgabe von Gerhart Hauptmanns Werken enthält erstmals den Aquarell-Zyklus, den die Künstlerin Charlotte E. Pauly (1886–1981), vom Roman inspiriert, geschaffen hat.

20,00 €*
/ Schmoren im Paradies

Eine kulinarische Erzählung

Mit Collagen und Aquarellen von Ruth Tesmar

Ort der Handlung ist ein fiktives Paradies in der Mark Brandenburg, in dem eine Poetin, eine Literaturhistorikerin sowie der intellektuell angehauchte Kater Adam zusammenleben. Die Frauen haben den Plan, eine „kulinarische Erzählung“ zu verfassen, in der sie ihre jeweiligen Künste und Begabungen spielerisch zum Einsatz bringen. Die Erzählung zielt auf die Beschreibung eines Wochenablaufes anhand verschiedener praktischer und geistiger Genüsse: Es wird philosophiert, etymologisiert, theologisiert, politisiert, gastrosophiert, fantasiert, gegärtnert, gekocht, gefeiert, gedichtet und Skurriles aus persönlichem Erleben erzählt. Kater Adam, der gern Herr und Meister im Hause wäre, nährt sich zunehmend durch seine Eifersucht und den unbändigen Drang, seine eigene Katerphilosophie in das geplante Buch einf ließen zu lassen. Konflikte sind vorprogrammiert. Kurz bevor Adam der geistigen Hybris erliegt, naht die natürliche Rettung anhand einer rolligen Katzendame … Schmoren im Paradies ist ein Mosaik aus Gedichten, zum Teil autobiografischer Erzählung, Kurzessays sowie belletristisch geschilderten Kochrezepten. Die Autorinnen arbeiten vornehmlich mit Mitteln der Komik, (Selbst)Ironie, Satire, literarischer Anspielung und pointierter Prosa. Bei aller inhaltlichen Ernsthaftigkeit kann man das Buch auch als Persiflage auf den Boom von Koch-, Katzen-, Lebens- und Landfrauenbüchern lesen. KATER ADAM, in neunundneunzigster Generation aus einer Felis-Catus-Familie stammend, der bei Friedrich II. der Pferdestall unterstellt war, streifte mit drei Monaten als Globetrotter durchs Brandenburgische; Tapferkeitsverdienstkreuz am langen Band in Preußischblau; geheimes Privatstudium der Schönen Wissenschaften und Künste bei PD Prof. Dr. Murr; wegen exzessiver Raubzüge nach Futter und Gedankengut Exmatrikulation; seitdem Hausherr bei den Autorinnen, Promotion, Arbeit als freier Kritiker, mehrere vergebliche Heiratsversuche in verschiedene Adelskreise.

18,00 €*
Kosovos Töchter

Roman

"Wieder in seinem Apartment, ging er in Gedanken alle Gesichter durch, die er im Treppenhaus gesehen hatte. Da musste der eine oder andere Mann dabei gewesen sein. Nein – oder? Und dieser Schwarm von Teenagern gestern, der sich vor ihm teilte und nach ihm wieder schloss, sodass er einen Augenblick mittendrin stand? Nein, kein einziger Junge. Im dritten Stock bogen die Mädchen in den Korridor ein. Ein unbestimmter Duft hing ihm so lange unter der Nase, bis er das Haus verließ. Lange stritt er die Erkenntnis ab, doch mit einem Mal ließ er sie zu: Ja, nur Frauen. Warum war ihm das nicht früher aufgefallen?"  Anton, ein früherer deutscher Soldat, kehrt nach gut fünfzehn Jahren nach Kosovo zurück, wo er 1999 mit der Nato eingerückt war. Er hatte damals vor einer serbischen Kirche Wache gehalten, da Racheakte seitens der Albaner befürchtet wurden. Hier suchte ihn täglich ein albanisches Mädchen auf, das er nun wiederzufinden hofft. An einer schweren Krankheit leidend, hat er sich in den Kopf gesetzt, eine verpasste Chance nachzuholen. In der Hauptstadt Prishtina mietet Anton ein Apartment. Erst nach und nach fällt ihm auf, dass in seinem Wohnblock ausschließlich Frauen wohnen. Hier erfährt er von einer feministischen Bewegung, die sich gegen die zählebigen patriarchalen Traditionen richtet. Aus Sicht der rebellierenden Frauen ist die junge, programmatisch diffuse Partei V.! wie gemacht für das Einsickern feministischer Kräfte.  Antons Nachbarin ist die attraktive Sunita, die alle paar Tage Besuch von einem älteren Herrn bekommt, einem Franzosen, der für die „Internationalen“ arbeitet. Anton lernt auch die ältere Eli kennen, die als Präsidentin der Bewegung bezeichnet wird. Nach leidvollen Erfahrungen im Krieg hat sie eine NGO für Konfliktmanagement gegründet. Die zunehmende Radikalisierung der jüngeren Frauen bereitet ihr Sorgen. Und da ist die intellektuelle Veprore, die von den vereinigten Frauen des Balkan träumt. Plötzlich taucht in den Straßen ein modisches Accessoire auf: Immer mehr Frauen tragen einen Dolch am Gürtel. Die Stichwaffe schmückt, wirkt aber auch bedrohlich. Bei einem von V.! veranstalteten Volksfest kommt es in Prishtina schließlich zum Eklat …

22,00 €*
Im Schutz von Adler und Schlange

Anna Seghers im mexikanischen Exil

"Die Zeit, die ich in Mexiko verbrachte, gehört zu den schönsten und wichtigsten Abschnitten meines Lebens. Das Land, seine Menschen und Landschaften werden mir immer nahestehen." (Anna Seghers)Die Flucht aus dem von Hitlers Truppen besetzten Frankreich gelang in letzter Minute. Ende Juni 1941 erreichte Anna Seghers mit ihrer Familie nach langer, hindernisreicher Schiffsreise Mexiko. Hier, in ihrem zweiten Exilland, hat sie ihren größten literarischen Erfolg errungen, die Veröffentlichung des Romans Das siebte Kreuz, hier erlitt sie aber auch den tiefsten Schmerz, als sie erfuhr, dass ihre Mutter deportiert und ermordet worden war. Dazu kam ein beinah tödlicher Unfall, der ihr viel Kraft raubte und sie für Monate aufs Krankenlager warf. Die Ankunft in der Neuen Welt sicherte Anna Seghers und vielen ihrer engen Freunde das Überleben und brachte ihnen die Begegnung mit einer für sie gänzlich neuen Kultur, einer farbenfrohen und temperamentvollen tropischen Welt. Mexiko, dessen Wappensymbole Adler, Schlange und Kaktus sind, hatte zahllosen Emigranten großzügig seine Tore geöffnet und ihnen uneingeschränkte Möglichkeiten gegeben, ihre berufliche, ihre künstlerische Arbeit fortzusetzen. In Mexiko beendete Anna Seghers ihren weltberühmten Roman Transit und schrieb die wunderbare Erzählung Der Ausflug der toten Mädchen. Auch später, als sie längst wieder in Berlin lebte, kehrte sie in ihren Erzählungen gedanklich immer wieder nach Mexiko zurück.

20,00 €*
Goldbecks Wenden

Roman

Wenn die Geschichte wie eine Axt durch ein Leben fährt, kann sie es zerstören. Oder halbieren. Hendrik Richard Goldbeck ergeht es so. Er hat, wie so viele Ostdeutsche, zwei Leben gelebt. Der Arbeiterjunge wäre fast der jüngste Professor für Marxismus-Leninismus in der DDR geworden. Nach 1989 geht er wie Millionen andere Ostdeutsche durch eine Wüste des absoluten Nichtgebrauchtwerdens. Aber er hat, was man gemeinhin Glück nennt, und wird vom ebenso mächtigen wie unsichtbaren Theo Otto Bringsheim als menschliches Strandgut auf dem WC einer Autobahnraststätte aufgelesen. Zwei Einsame aus unterschiedlichen Galaxien, die ein menschlicher Zwang zusammenführt. So beginnen Märchen. Oder Albträume. In Bringsheims weltweitem Handelsimperium geht die Sonne nicht unter. Hier werden Milliarden verdient. Goldbeck steigt zu Bringsheims Kronprinz auf und wird somit selbst ein mächtiger Mann. Er ist ein Gewinner. Irgendwann aber fängt etwas in ihm an, diesen Erfolg zu hassen. Bei einem Klassentreffen trifft Goldbeck seine große Jugendliebe Karen wieder. Durch Karen wird ihm klar, was er geahnt und verdrängt hat: Er ist ein Verräter an seinen Idealen. Er kündigt bei Bringsheim, steht wieder vor dem Nichts und landet schließlich als Untermieter auf der Klappcouch seines alten Doktorvaters. Was aber soll Goldbeck nun noch mit seinem Leben anfangen? Zwei hatte er schon. Wird es ein drittes geben? Gerade als er sich mit dieser Frage quält, ruft ihn Bringsheim noch einmal zu sich … Ein Wendegewinner muss sich entscheiden: Aufstieg oder Ausstieg?

19,90 €*
Kurzstrecke

Neue Berliner Szenen

Berlin ist die eigentliche Hauptfigur in den Geschichten und Reportagen von Björn Kuhligk: Er begegnet einem Fußball-Fan auf Krücken, geht zum Kinderarzt und auf ein Industrial-Konzert, ohne vorher zu wissen, was das ist. Er erhält Lebensratschläge von einem Taxifahrer, er schreibt „Geldwäsche“ bei einer Banküberweisung in die Betreffzeile, und am nächsten Tag klingelt sein Telefon. Er geht zu den Orten, an denen Fontane lebte, und sieht nach, was da heute los ist. Er geht durch verlassene Gebäude, in Freibäder, in die letzte ehrliche Bäckerei der Stadt. Er geht zusammen mit Ute Mahler fotografieren, begleitet Rebecca Heims bei den deutschsprachigen Slam-Poetry-Meisterschaften in einem Berliner Club. Und nach einer Lesereise, bei der ein Unwetter alle Züge stoppen lässt, er zu wenig schläft und erkältet ist, kommt er dann doch am Ende mit einem Cabrio als Mietwagen wieder in Berlin an und wird – was denn auch sonst – angeschnauzt. Nach Großraumtaxi. Berliner Szenen (Verbrecher Verlag, 2014) erweist sich Björn Kuhligk erneut als „Meister der Kürzestkolumne“ (Erhard Schütz). Er beobachtet, schreibt mit, ist neugierig und offen. Mit Witz und Biss hält er auf liebevolle Art schöne und merkwürdige Alltagsmomente in Berlin fest – zwischen Spandau und Marzahn, zwischen Lankwitz und Reinickendorf. In ihrer Gesamtheit ergeben sie ein Bild der Hauptstadt und ihrer Menschen.

14,00 €*
Hier soll Preußen schön sein

Fünfzig Stadtschreiber zu Rheinsberg erfinden eine poetische Provinz

Mit zwölf Grafiken von Ralf Hentrich

„Die Rheinsberger sind freundlich. Sie grüßen und erzählen einem was. Nur wenn man antwortet, fahren sie wortlos mit ihren Rollatoren davon.“ So fasst der Berliner Lesebühnen-Autor Ahne seine Erfahrungen als Rheinsberger Stadtschreiber zusammen. Ähnlich, oder auch ganz anders, haben fünfzig Autorinnen und Autoren die Stadt und die brandenburgische Provinz erfahren, reflektiert und literarisiert. Zwei Autoren pro Jahr nahmen seit 1995 für jeweils fünf Monate in der Stadtschreiberwohnung Quartier. Die literarischen Ergebnisse ihres Aufenthalts erscheinen jeweils in einem eigenen Bogendruck. Die hier versammelten Texte sind überwiegend Auszüge aus diesen Drucken – von Barbara Köhler, Wolfgang Hilbig, Bert Papenfuß, Katja Lange-Müller, Uwe Kolbe, Wiglaf Droste, Marion Poschmann, Volker Braun, Peggy Mädler, Thomas Rosenlöcher, Kathrin Schmidt, Jan Faktor und 38 weiteren Schriftstellerinnen und Schriftstellern.

20,00 €*
/ Fasching

Mit Zeichnungen von Alfred Kubin, mit einem Nachwort von Stefan Rohlfs

Erkneraner Ausgabe, Bd. 1

Das südöstlich von Berlin gelegene Erkner war von 1885 bis 1889 Wohnsitz Gerhart Hauptmanns. Der junge Bildhauer fand hier zu seiner eigentlichen Lebensaufgabe als Schriftsteller. „Mit der märkischen Landschaft aufs innigste verbunden, schrieb ich dort ‚Fasching‘, ‚Bahnwärter Thiel‘ und mein erstes Drama ‚Vor Sonnenaufgang‘. Die vier Jahre sind sozusagen die Ecksteine für mein Werk geworden“, resümierte Hauptmann später. Ort und Menschen gaben den Hintergrund für viele seiner Werke. So liegt auch der Novelle Fasching (1887) ein Unglücksfall zugrunde, bei dem im Februar 1887 eine dreiköpfige Familie im Flakensee ertrank. Mit den Zeichnungen des Grafikers Alfred Kubin (1877–1959), die 1925 eine Ausgabe des S. Fischer-Verlages illustrierten, bildet die Novelle den Auftakt zu einer Reihe mit hochwertig ausgestatteten und illustrierten Hauptmann-Werken, die in loser Folge fortgesetzt wird.

12,00 €*
Der Verdacht

Eine Kleist-Novelle

Herausgegeben vom Kleist-Museum, Frankfurt (Oder), Mit Nachworten von Astrid Köhler und Anette Handke und Radierungen von Moritz Götze

Klaus Schlesinger hat sich über mehrere Jahrzehnte immer wieder mit Heinrich von Kleist befasst, der für ihn – weit über die bloße literarische Auseinandersetzung hinaus – zu einer künstlerischen wie persönlichen Projektionsfigur wurde. Ausgangspunkt der bislang unveröffentlichten Novelle Der Verdacht ist der Selbstmord von Kleist und Henriette Vogel, doch wird das Geschehen bald vom ermittelnden Beamten Felgentreu dominiert. Diesem kommen Zweifel am Selbstmord, als die Behörden seine Ermittlungen zu behindern scheinen. Der Fortgang der Untersuchungen führt zu einem überraschenden Ergebnis. Angesichts der Bedeutung, die Kleist für Schlesinger hatte – davon zeugen Notizbuchaufzeichnungen, Bibliotheks- und Archivstudien, Ideenskizzen, Exposés, Prosatexte sowie ein Filmszenarium für die DEFA (das nie umgesetzt wurde) –, stellt die Schlesinger-Biografin Astrid Köhler in ihrem Nachwort die Frage, weshalb der Autor die Arbeit am Kleist-Stoff nie abgeschlossen hat. Anette Handke beleuchtet die historischen Fakten, die dem Kleist-Felgentreu-Thema zugrunde liegen. Und der Hallenser Künstler Moritz Götze hat sich von der Novelle zu Radierungen inspirieren lassen, die den Text kongenial illustrieren.

18,00 €*
/ Wandern und Plaudern mit Fontane

Literarische Begegnungen mit der Mark Brandenburg heute

Der 200. Geburtstag Fontanes ist Anlass, sich mit einem seiner vielfältigsten Werke zu beschäftigen, den Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Dreizehn Autorinnen und Autoren haben sich von seinen Plaudereien anregen lassen, einige der von ihm geschilderten Orte und Landschaften in neuen literarischen Texten zu erfassen. Es geht im fontaneschen Sinne darum, „ohne jegliche Prätension von Forschung, Gelehrsamkeit, historischem Apparat … die Schönheiten der Mark Brandenburg aufzuspüren“. Die Reflexion der Fontane-Texte steht dabei im Vordergrund – als Entgegnung oder Fortführung seiner Gedanken, als Einspruch oder spielerische Variation, doch immer mit dem Ziel, neue Begegnungen mit der Mark einzufangen und ihnen literarische Gestalt zu geben, um auf diese Weise neue Bilder zu schaffen. Denn, wie Fontane wusste, „nicht Namen, Zahlen, Überschriften, sondern immer Bilder und Geschichten“ sind es, die zum Wesen einer Region vordringen. Gabrielle Alioth, Tanja Dückers, Annett Gröschner, Sonka Hecker, Kerstin Hensel, Ursula Krechel, Sabine Peters, Utz Rachowski, Kathrin Schmidt, Torsten Schulz, Saša Stanišić, Florian Werner und Michael Wildenhain sind für diesen Band auf den Spuren Fontanes gewandert und zeigen, wie inspirierend seine Schilderungen noch heute sind. Ihre neuen, bisher unveröffentlichten Texte machen den Lesern Lust auf eigene Neuentdeckungen, Wiederbegegnungen und Auseinandersetzungen mit der Schönheit der Mark.

19,90 €*
Die meine Wege kreuzten

Begegnungen aus neun Jahrzehnten

Walter Kaufmann, der in seiner viel beachteten Autobiografie Im Fluss der Zeit (2010) auf sein bewegtes Leben auf drei Kontinenten blickte, bereichert mit diesem Band seine Lebensgeschichte um weitere Facetten. Hier stellt er kaleidoskopartig Menschen vor, die einen seiner vielen Wege um den halben Erdball kreuzten, wie den Sportlehrer, der ihn 1937 gegen einen HJ-Führer verteidigte, den britischen Feldwebel, der 1940 die „feindlichen Ausländer“ auf ihrer Schiffspassage nach Australien zu bewachen hatte, eine australische Schauspielerin, mit der Kaufmann eine Liaison hatte, eine russischjüdische Dolmetscherin, der er in politischer Notlage half, den Schiffsingenieur, dem er in Havanna amouröse Schützenhilfe leistete, den Vertreter von Do-it-yourself-Büchern, den er bei dessen Jobausübung durch New Yorks Schwarzenviertel Harlem begleiten durfte, oder den Anwalt und späteren Bundesminister, den er 1987 bei einem Gerichtsprozess in Münster kennenlernte. Es sind siebzig Episoden, in denen Walter Kaufmann wie durch ein Brennglas auf Personen blickt, die ihn geprägt oder beeindruckt haben – Porträts in dichter, empathischer Sprache, die ihn als Meister der Short Story ausweisen.

18,00 €*
/ Sprung über ein Jahrhundert

Bibliotheca Fraengeriana, Bd. II

Ein Ingenieur entdeckt im Jahr 1932 eine Zeitmaschine aus dem 19. Jahrhundert, setzt diese in Gang und reist hundert Jahre voraus in die Zukunft. Dort staunt er über den technischen Fortschritt, die Elektrofahrzeuge, Bildtelefone und anderes. Und er erfährt, dass der dauerhafte Frieden zwischen Deutschland und Frankreich, die er in seiner Zeit nur als „Erbfeinde“ erlebt hat, auf einem schrecklichen Geheimnis beruht ... Mit Sprung über ein Jahrhundert verwirklichte der Soziologe und Nationalökonom Franz Oppenheimer das lang gehegte Vorhaben, seine Gesellschaftstheorie in leicht verständliche Bilder zu übersetzen und seine Vision von einem freiheitlichen Sozialismus und einer friedlichen Welt zu veranschaulichen. Nach den dramatischen Veränderungen des Jahres 1933 war ihm bewusst, dass er zu den Menschen nur durchdringen konnte, wenn er seine jüdische Identität hinter dem Pseudonym Francis D. Pelton verbergen würde. Bemerkenswert ist nicht nur der Inhalt des Romans, sondern auch die Umschlaggestaltung – eine frühe Arbeit des später renommierten Formgestalters, Architekten und Künstlers Max Bill, der obendrein auch noch sein eigenes Konterfei – von seiner Frau fotografiert – in die Collage hineinmontiert hat.

15,00 €*
/ Unerkannt durch Deutschland

Als der tschechische Schriftsteller und Militärarzt Jaroslav Durych 1925 zu einer Reise durch Deutschland aufbricht, scheint er dies fast widerwillig zu tun: Nicht reizvolle Landstriche, nicht die Deutschen und ihre Kultur locken ihn, sondern ein lang gehegtes Interesse für Wallenstein, den legendären Feldherrn im Dreißigjährigen Krieg. Doch bringt Durych weder eine Beschreibung historischer Schlachten noch eine klassische Reisereportage zu Papier. Wortgewaltig und assoziativ erzählend zeigt er Leipzig, Berlin, Magdeburg, Stralsund und andere Orte in einem originellen, oft ironischen, mitunter bedrückenden Licht. Die Gegenwart verschmilzt mit der Vergangenheit; Klischees werden unbefangen aufgegriffen und entlarvt. Glaubt Durych zunächst, „in die Hölle“ zu reisen und sich im „Land ohne Lachen“ verbergen zu müssen, kommt ihm Deutschland am Ende wie ein Märchen von schauriger Schönheit vor. Thomas Mann äußerte sich begeistert über den späteren großen Wallenstein-Roman Durychs und war überzeugt, „dass der Name dieses Autors ein Weltname“ werden würde.

18,00 €*