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Karl Wolfskehl

Eure Sprache ist auch meine. Gedichte aus dem italienischen Exil

Bibliotheca Fraengeriana, Bd. V

In seinem 1934 erstmals erschienenen und 1936 erweiterten Gedichtzyklus Die Stimme spricht, der im schweizerischen und italienischen Exil entstand, verarbeitet Karl Wolfskehl nicht nur das persönliche Schicksal der Emigration, sondern begegnet auch der Anfechtung jüdischer Identität durch den Nationalsozialismus. Der Zyklus ist als Zwiegespräch mit einer göttlichen Stimme gestaltet, in dem das lyrische Ich zunächst den Verlust der Heimat beklagt, ehe es in diesem Verlust das Schicksal der Juden als wanderndes und leidgeprüftes Volk gespiegelt sieht und in der Besinnung auf den Ewigen Bund schließlich neues Vertrauen zu Gott schöpft. Die Emigration erscheint vor diesem Hintergrund ebenso als Purgatorium wie als Zeichen der Auserwähltheit Israels. Der aufgrund seiner vielfältigen Bezüge zur jüdisch-mosaischen Religion, zum germanischen Altertum und zur römisch-christlichen Antike bildungsgesättigte und poetisch dichte Zyklus wird hier in einer kommentierten, am Verständnis heutiger Leser orientierten Ausgabe vorgestellt, dazu eine Auswahl weiterer Exilgedichte, zu denen das von Wolfskehl mehrmals überarbeitete Das Lebenslied. An die Deutschen gehört, in dem der Dichter aus der Rückschau unter anderem seine Beziehung zu Stefan George reflektiert. Über die individuelle Situation Wolfskehls im Exil hinaus beschreibt das Nachwort die nach Italien emigrierten deutschen Literaten als Formation, die der trügerischen Hoffnung erlag, man habe sich in das Land geflüchtet, für das Goethe in seiner Italienischen Reise warb, und nicht in das Land Mussolinis.

18,00 €*
Eseleien

Dieter Goltzsche und Ingeborg Baier-Fraenger im Dialog über Esel

Bibliotheca Fraengeriana, Bd. IV

Von 1979 bis 1993 wanderten zwischen Ingeborg Baier-Fraenger (1926–1994), der in Potsdam-Babelsberg lebenden Pflegetochter des Kunsthistorikers Wilhelm Fraenger (1890–1964), und dem in Berlin-Köpenick ansässigen Künstler Dieter Goltzsche (*1934) Esel hin und her – von Goltzsche „Eselpost“ genannt. Vermittelt hatte den Kontakt Erhard Frommhold, Cheflektor des Verlages der Kunst in Dresden, wo 1975 eine Hieronymus-Bosch-Monografie aus dem Nachlass von Wilhelm Fraenger erschienen war. Eine Brieffreundschaft entstand, bei der Ingeborg Baier-Fraenger sich von Dieter Goltzsche immer wieder künstlerisch gestaltete Esel wünschte und dies mit thematisch passenden Zitaten aus der Weltliteratur untermauerte. Der Kunsthistoriker Christof Baier kontrastiert diese Textauswahl (von Äsop über Hans Sachs, Charles Dickens und Brehms Tierleben bis hin zu William Faulkner und Juan Ramón Jiménez) mit den jeweiligen Antworten von Goltzsche, Dutzenden kleinen Kunstwerken, bei deren Ausführung sich der Künstler unterschiedlicher Techniken bediente – von der Tuschzeichnung bis hin zur Collage. Dabei war ihm die Postkarte der bevorzugte Bildträger, sodass die „Eselpost“ duchaus auch als Mail Art bezeichnet werden kann.

20,00 €*
/ / Swinburne

Deutsch von Rudolf Borchardt, zweisprachige Ausgabe, herausgegeben von Friedmar Apel, durchgesehen und erweitert von Ulrich Ott

Schriften der Rudolf-Borchardt- Gesellschaft, Band 17

Eine Ballade vom Traumland Ich barg mein Herz in ein Nest von Rosen,       Weit fort vom Sonnigen, tief beiseit,Weicher als los in den Schnee, den losen,       Unter den Rosen hielt ichs verschneit.       Wie mags nicht schlafen? Wie starrts noch weit,Da nicht Blüte noch Blatt durch den Baum sich regt?       Was rüttelt sich Schlummer und schüttelt sein Kleid?Nur weil ein Vogel von fern wo schlägt.…Der englische Dichter Algernon Charles Swinburne (1837–1909) ist einer der umstrittensten und zugleich wirkungsreichsten Autoren des viktorianischen Zeitalters. Seine Gedichte und Dramen stehen einerseits in spätromantischen Traditionen und sind andererseits durch ein pathetisches Bild der Antike geprägt. Hinzu kommt die ekstatische Erotik in vielen seiner Texte.Rudolf Borchardt hat sich lebenslang mit Swinburne beschäftigt. Seine 1919 zuerst erschienene Übersetzung ausgewählter Dichtungen Swinburnes ist auch als Gegenentwurf zu Stefan Georges Übertragungen aus dem Jahr 1905 zu verstehen.Friedmar Apel hat 1990 mit seiner zweisprachigen Edition von Borchardts Swinburne-Übersetzungen die Schriftenreihe der Rudolf-Borchardt-Gesellschaft eröffnet. Der seit vielen Jahren vergriffene Band wird in dieser Neuausgabe wieder zugänglich gemacht. Ulrich Ott hat die Texte durchgesehen und um die in Borchardts Nachlass erhaltenen weiteren Swinburne-Übersetzungen erweitert. Erstmals sind damit alle von Borchardt übersetzten Dichtungen Swinburnes in einer zweisprachigen Edition verfügbar. 

22,00 €*
/ An des Abgrunds schmalem Saume

Gedichte, Erzählungen und Essays, herausgegeben von Ralf Georg Czapla

BIBLIOTHECA FRAENGERIANA, Bd. VII

Vom hoffenden Leben ... Nichts ist auf Erden verloren,Was wir dem Leben getan,Darum sind wir geboren,Dass wir auf unserer BahnDienen dem hoffenden LebenZu des Gestirnes Ruhm,Das uns zu Lehen gegeben,Doch nicht zu Eigentum.Er wuchs auf im Milieu des Volksvereins für das katholische Deutschland, korrespondierte mit Stefan Zweig und Thomas Mann und begrüßte die italienische Königin Elena an seinem Krankenbett. Heute ist Hans Leifhelm, dessen Gedichte noch in den 1960er-Jahren in zahlreichen Lyrikanthologien zu finden waren, nahezu vergessen. Unsere Ausgabe, die anlässlich seines 75. Todestages erscheint, bietet mit unbekannten Gedichten, Erzählungen und Essays, die unter Pseudonym erschienen oder bislang unentdeckt im Nachlass lagen, die Möglichkeit, Leifhelm in der Breite seines literarischen Schaffens wiederzuentdecken. Sie stellt den  begabten Naturlyriker, der Naturbetrachtung und Naturempfinden mit ökologischer  Verantwortung verband, ebenso vor wie den urteilssicheren Nationalökonom, der im wirtschaftlichen und technologischen Fortschritt wichtige Voraussetzungen für die Lösung der sozialen Frage erblickte; sie würdigt den durch Übersetzungen moderner Autoren als Vermittler  zwischen Deutschland und Italien hervorgetretenen Sprachkünstler ebenso wie den Wegbereiter einer modernen Berufsberatung. Der Konflikt mit dem Vater, die Repressalien der Nationalsozialisten, das Ausweichen zunächst in die Steiermark, dann nach Italien, der Tod seiner ersten Frau im KZ Ravensbrück und der langjährige Kampf gegen eine schließlich tödliche  Krankheit markieren die Abgründe, an denen Hans Leifhelm entlangschrieb. 

25,00 €*
Meine Freunde, die Dichter

»Entgegen aller praktischen Vernunft war mir die Welt der Gedichte es wert, Entbehrungen und Vorwürfe in Kauf zu nehmen. Und im Gegensatz zum alles beherrschenden Mangel waren sie im Überfluss vorhanden. Im Bücherschrank, dem zwar nun Scheiben fehlten, reihten sich Goethes Werke, Schillers Werke, Kleist, Storm, Mörike, wenn auch mancher Band mit den Spuren seines zeitweiligen Aufenthalts in Wind und Wetter, aufgequollen, mit Wasserflecken und Schmutzresten.«Der Not gehorchend, nicht dem eignen Trieb – diesem von Schiller einprägsam in Worte gefassten Zwang der Lebensumstände fühlte sich Joochen Laabs in der Nachkriegszeit ausgeliefert. So entschied er sich, entgegen seinem eigentlichen Wunsch, Schriftsteller zu werden, für ein Ingenieurstudium. Das Bedürfnis, sich auf Literatur einzulassen, verließ ihn während des Studiums wie auch in der jahrzehntelangen Tätigkeit als Verkehrsingenieur nicht. Die Veröffentlichung von Gedichten im Zuge der sogenannten Lyrikwelle der DDR und bald darauf die eines Romans führten schließlich zu seiner Entscheidung, doch in eine Existenz als Schriftsteller zu wechseln. In der persönlichen Einbindung in Literatenkreise vertieften sich seine Beziehungen zu Schriftstellern und wurden mitunter zu Freundschaften. Unvermeidlich wurden diese Erfahrungen zum Stoff seiner Romane, Erzählungen und Gedichte.Mit Meine Freunde, die Dichter zieht Joochen Laabs eine Bilanz aus beiden Lebensphasen, mit Texten, in denen er sich zu Autoren – von Chamisso bis Günter Grass – und zu einzelnen Büchern äußert. 

22,00 €*
Der Satz

Roman

»Weißt du, manchmal ist das alles so abstrakt, als wäre es nie passiert, als wäre es irgendeiner anderen Familie passiert. Einer, von der man nur mal gehört hat und dachte: Wie schrecklich!«Eine Reise in die frühere Heimat, Erinnerungen an eine wilde Kindheit in der Lüneburger Heide, Abenteuer mit den Brüdern Mick und Joon und der Freundin Tati, das immer unerklärliche Verhalten der Erwachsenen, versteckte Hütten im Wald, spleenige Dorfbewohner, Sommertage in der Kiesgrube und Erkundungstouren in der verfallenen Ziegelei, die erste Liebe, vor den Erwachsenen geheim gehaltene Erlebnisse – und ein tragisches Ereignis, das damals, vor dreißig Jahren, alles veränderte und das Stück für Stück in das Gedächtnis von Linda, der Ich-Erzählerin, zurückkehrt. Soll sie sich zumuten, ein bestimmtes inneres Kästchen mit Erinnerungen zu öffnen oder soll sie es geschlossen lassen? Isobel Markus’ Romandebüt handelt von Verdrängung, Sprachlosigkeit und Schuldgefühlen, von Zumutungen und Entscheidungen, die, so klein sie auch zu sein scheinen, einen folgenreichen Einfluss auf Lebenswege haben können.

22,00 €*
/ Berlin W.

Ein paar Kapitel von der Oberfläche

Herausgegeben von Björn Weyand

»Berlin W. Draußen, wo die Protzenburgen des Geldes den Kurfürstendamm säumen, wo die ›Jugendstil‹-Architekturen des ›bayerischen Viertels‹ sich in maßlosen Geschmacksverirrungen gefallen, da draußen, wo das Geld rollt, die Dienstmädchen weiße Häubchen tragen und die ›Herren‹ Portiers auf hochherrschaftliche Ordnung halten, und wo Berlin eigentlich Charlottenburg, Schöneberg oder Wilmersdorf ist, da draußen liegt Berlin W.«Rund um den Kurfürstendamm lässt sich um 1900 eine neureiche Gesellschaft in komfortabel ausgestatteten Behausungen nieder. Demonstrativer Konsum gehört hier zum guten Ton. Die richtigen Möbel, das richtige Porzellan, die richtigen Reiseziele und Sommerfrischen, die richtigen Freizeitbeschäftigungen und die richtige Kunst und Literatur – alles unterliegt dem Spiel der Mode. Edmund Edel beschreibt dieses Treiben an der Oberfläche mit der soziologischen Treffsicherheit eines Georg Simmel, dem großen Denker des großstädtischen Geisteslebens, der wie Edel selbst Bewohner von Berlin W. war, und mit feinsinnigem, bösem und zugleich liebevollem Humor. Seine Satire Berlin W. Ein paar Kapitel von der Oberfläche, 1906 erstmals erschienen, eröffnet das Panorama einer im Luxus schwelgenden Gesellschaft der Jahrhundertwende und gibt Einblick in die Anfänge der modernen Konsumkultur. Die Neuausgabe ist zugleich Auftakt zu einer Edmund-Edel-Werkausgabe.

20,00 €*
Neu
Wundern

Gedichte

In den neuen Gedichten von Sabine Schiffner werden Geschichten von Verrat und Verlust, von Geburt und Tod, von Lebensfreude und Vergänglichkeit, von Familie und von Einsamkeit erzählt. Mit manchmal fast naivem, oft befremdetem Blick beobachtet sie und wundert sich über die jetzige und die vergangene Welt, die ihren biografischen Kosmos berührt. Die Worte kommen in diesen Gedichten scheinbar leichtfüßig tänzelnd daher und streifen einen wie im Vorbeigehen. Wenn man aber stehen bleibt und sich einlässt, sieht man hinter der rhythmischen und genau durchdachten Sprachkomposition die tiefe Wunde. Sabine Schiffners Sprache ist immer musikalisch, oft zugleich rau, Alltagssprache mit Hochpoetischem verbindend, ernüchternd, überraschend.kazimierz / krakaudie kuchendort im schaufenstersehen wie thorarollen auseine straße weiter wohntemordechaj gebirtigmit frau bluma und drei kinderndie fenster im keller des hauses ausdem sie ihn holtenstehen nun offenda schaut jeder rein und kann ihnsingen hörenund in den nahen synagogenbrauchst du die kippa nicht aufzusetzendie frauen am eingang lächelnden gästen aus deutschlandfreundlich zuvor einem caféblüht die braunäugige susannefünf złoty kostet dorteine tasse melange mitmohnstrudel

15,00 €*
Neu
Verschwörung einer Landschaft

Gedichte

StilllebenKaffeeränder zwischen den Papieren,eine zu früh verlassene Schreibmaschineneben der erloschenen Kerze.         Wer hinterließ das Fenster nach dir?Wer wird es wieder öffnen?Nur ich bemerke deinen Duft in den Gardinen –         flüchtig war dein Aufbruch, niegenug Sein für deinen einsamen Planeten –deine Hände, die mich noch streifenEine Landschaft kippt, ein Ich kehrt noch einmal zu seinem Geburtshaus zurück, das sich inzwischen hinter Efeuranken verschließt, derweil kreisen Gefühle um eine längst zur Chimäre gewordene Liebe – die neuen Gedichte von Björn Hayer berichten von Momenten des Umschlagens und der Verfremdung. Zugleich zehren sie von dem unbeirrbaren Versuch, Verlorenes wieder zu vergegenwärtigen. Und während ein Regen die Sonnenanbeter in Wallung versetzt und die Toten ins Diesseits rufen, ringt ein Subjekt immer wieder mit Blättern. Sie fallen von den Bäumen oder begegnen ihm als das weiße Papier. Was bietet die Fläche? Das Nichts oder doch die noch ungenutzte Möglichkeit? Klar ist: »Dichten, frei über der Erde, / ist das fünfte Element«. Sie setzt die Welt neu zusammen und vermag aus der Ferne heraus zum Nächsten zu drängen: »Vom Rande deines Tals höre ich / das Echo: Schlaf ein und bette dich, / bevor der Morgen anbricht.« Denn dann könnte alles schon vorbei und die Verschwörung von Natur, Traum und Bewusstsein vollends im Gange sein. 

15,00 €*
Neu
Immer schön langsam

Unterwegs in der Stadt

»Es ist ein über und über tätowierter Körper, denke ich, als ich an einem haushohen Graffito vorbeifahre, mit dem Bus auf einer der vierspurigen Hauptschlagadern. Ein gezeichneter, umwickelter Körper, überall Stromleitungen, Gedenksteine, Markierungen, und doch ist er so beweglich, atmet gut dank Tiergarten und der anderen Lungen. Auch die Frage nach dem Sitz seines Herzens ist nicht leicht zu beantworten. Viele Stellen fühlen sich an wie das Zentrum dieses pausenlosen Werdens, Verschüttgehens und Neuentstehens. Sie hat wohl mehrere Herzen, diese Stadt, und konnte so die Infarkte ihrer Geschichte überleben.«Mit Immer schön langsam erweist sich Barbara Weitzel als ideelle Urenkelin des Flaneurs Franz Hessel. Der Untertitel seines Klassikers Spazieren in Berlin (1929) – »ein Lehrbuch der Kunst, in Berlin spazieren zu gehn, ganz nah dem Zauber der Stadt, von dem sie selbst kaum weiß« – könnte auch Barbara Weitzels Buch zieren. Es sind die vermeintlich nebensächlichen oder unbedeutenden Dinge und Situationen, die ihr Interesse wecken, wie Bäckerei-Cafés, Ecklokale und Zugmahlzeiten. Ein besonderes Augenmerk gilt Menschen ohne Obdach. Und nebenbei deckt sie auf, was es mit Mozzarella Firefox und Mädchen-Dönern auf sich hat.Die Schriftstellerin Ilma Rakusa nimmt als Grundzüge des Schreibens von Barbara Weitzel Genauigkeit und Zärtlichkeit wahr: »Aus vielen Einzelbeobachtungen, die sich manchmal assoziativ und reflexiv ausfächern, entsteht ein buntes Kaleidoskop, das mehr ist als nur ein Berlin-Porträt. Es enthüllt auch die Konturen der Autorin, ihrer weltoffenen Subjektivität, ihrer sozialen und ästhetischen Sensibilität – und ihrer sprachlichen Kunst. Fein, poetisch, beweglich ist diese Sprache, wo nötig auch dezidiert.« 

15,00 €*
Neu
Mitterndorf

Roman

»Der Apotheker beugte sich während des Vorstellungsgesprächs unvermittelt über die aufgeschlagene Bewerbungsmappe auf dem Schreibtisch und fragte, ob sie wisse, dass sie schöne Rehaugen habe. Ihr wurde schlecht, als sein schweißglänzendes Gesicht plötzlich so nah vor dem ihren war, und sie hielt den Atem an. Dann stand sie mit einem Ruck auf, holte tief Luft und fragte ihn, ob er wisse, was ihr Vorname bedeute. Als er nichts antwortete, schleuderte sie ihm entgegen: ›Theresa bedeutet Jägerin‹, woraufhin er sich mit versteinerter Miene in den Bürostuhl zurückfallen ließ, sie ihm die Bewerbungsmappe unter seinen Händen wegzog und sein Büro verließ.«April 1986. Die siebzehnjährige Resa arbeitet bei ihrem Vater auf dem Fischerhof, einem der letzten verbliebenen Bauernhöfe in der Gegend. Sie will den Hof nicht übernehmen, hat jedoch keine Ahnung, wie sie das ihrem Vater beibringen soll. Seit Kurzem haben sie einen neuen Nachbarn, Lothar Görlich, der mit Oskar Wolf im Austragshaus gegenüber lebt und mit einer einzigen Kuh eine Rinderzucht mit Uckermärkern aufbauen will, einer Rasse, die in der DDR für die Fleischproduktion gezüchtet wurde. Resa interessiert sich sehr dafür, doch im Dorf stoßen allein die Pläne auf Ablehnung. Als es im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl zum Super-GAU kommt und der Fallout auch der Landwirtschaft in Deutschland schweren Schaden zuzufügen droht, setzt sich die Erkenntnis durch, dass neue Zeiten anbrechen. Anhand alter Dokumente erfährt Resa endlich mehr über die Vergangenheit des Hofes und ihre Familie, und der schweigsame Vater beginnt, sich den Fragen seiner Tochter zu stellen. 

22,00 €*
Neu
Die Geschwister Olden

Eine Odyssee

Eine exemplarische Geschichte von Flucht und Leben in der Emigration: Als prominente Hitler-Gegner sind die Geschwister Olden gezwungen, sofort nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten ins Exil zu gehen. Balder Olden (1882–1949), vor 1933 vielgelesener Schriftsteller, ist in den Jahren des Exils in der Tschechoslowakei, Frankreich, Argentinien und Uruguay mit fast allen bedeutenden Emigranten in Europa und Amerika verbunden. Sein jüngerer Bruder Rudolf Olden (1885–1940), als freisinniger Journalist und Jurist ein entschiedener Gegner des aufkommenden Nationalsozialismus, hat 1931 die Verteidigung von Carl von Ossietzky übernommen. Im britischen Exil verfasst er scharfsinnige Analysen zur internationalen Politik und widmet sich zahllosen Rettungsaktionen von politisch Verfolgten. Er kommt ums Leben, als das Schiff, das ihn nach Kanada bringen soll, von einem deutschen U-Boot versenkt wird. Beider Schwester, die durch Heirat begüterte Gräfin Ilse Seilern (1880–1974), setzt in der Schweiz alle Hebel in Bewegung, um den Brüdern und vielen ihrer Schicksalsgefährten das nackte Überleben zu ermöglichen. Anhand vieler zum Teil unerschlossener Dokumente aus den verstreuten Nachlässen und französischen sowie russischen Archiven gelingt es Thomas Poeschel, Schlüsselmomente der Zeitgeschichte von der Belle Epoque bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg pointiert darzustellen. Die Odyssee der Oldens durch sieben Länder liest sich so als spannende Gesamtschau europäischer Kultur- und Geistesgeschichte.

25,00 €*
Neu
Tet Arnold von Borsig

Vom engagierten Industriellen zum renommierten Fotografen

Er soll der Firmenerbe des zweitgrößten Lokomotivbau-Unternehmens der Welt werden: Arnold von Borsig (1899–1972) macht erste praktische Erfahrungen in der väterlichen Maschinenfabrik in Berlin, freundet sich während des Studiums mit Theodor Haubach und Carlo Mierendorff an, ist von den Ideen des Soziologen Eugen Rosenstock-Huessy begeistert und trifft Schriftsteller wie Carl Zuckmayer und Arnold Zweig. Von einem zweijährigen Aufenthalt in den USA bringt er Ideen zur Modernisierung der Firma mit, wird jedoch durch die Weltwirtschaftskrise ausgebremst und steigt schließlich aus dem Unternehmen aus. Der weltgewandte und liberale Borsig sieht früh die Gefahr, die vom Aufstieg der Nationalsozialisten ausgeht. In seinem Berliner Salon tragen bis 1933 Wissenschaftler und Intellektuelle vor, die später emigrieren oder in den Widerstand gehen, wie Arvid Harnack, Albrecht Haushofer oder Wilhelm Röpke. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten emigriert Tet Arnold von Borsig zunächst nach Italien, wo er beginnt, sein Hobby, das Fotografieren, systematisch zu betreiben. Anfang 1939 geht er nach New York. Als 1941 deutsche Guthaben in den USA eingefroren werden, muss er mit seinen Fotos Geld verdienen. Seit 1949 kann er, nun amerikanischer Staatsbürger, wieder Deutschland und Europa besuchen und schließlich auch wieder in Deutschland veröffentlichen. Ernst-Friedrich Harmsen greift für die Biografie von Tet Arnold von Borsig auf das Familienarchiv zurück und zeigt, dass die Umbrüche im Familienunternehmen der Borsigs eng verwoben sind mit den politischen Entwicklungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

25,00 €*
Neu
Glückliche Menschen

Erzählung

»Kapitalismus ist auch Scheiße, hat Paul gesagt, diesen einen Satz. Sonst nichts. Seitdem schweigt er, liegt im Sand, starrt in den makellos blauen Himmel und schweigt. Linda sitzt neben ihm, den Kopf abgewendet, wie die junge Frau auf Walter Womackas Gemälde Am Strand. Nur, dass sich Paul eben nicht wie der junge Mann neben dem Mädchen aufstützt und es forschend betrachtet, Paul hat keinen Blick für Linda und niemanden sonst, nicht mal für den Jungen, der zu seinen Füßen krabbelt.«Zwei junge Leute im Osten Berlins. Dort, wo die Stadt sich schick gemacht hat – und teuer wird. Paul, der Musik machen will, hat sich als Hausmeister für den »Mogul« verdingt, dem nicht nur dieser Laden gehört. Linda, Pauls Freundin, hat ihr Studium geschmissen, ein Kind bekommen und kellnert wieder in einem Café. So kommen sie über die Runden, zumal Pauls Eltern aushelfen können. Nun erleben beide, Linda und Paul, eine magische Nacht: getrennt. Wirklichkeit und Traum berühren sich. Und es geht natürlich um alles. Auch um das Glück.

20,00 €*
Neu
/ Zuflucht zum Meer

Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis 2021

Dem Thema der Ausschreibung zum Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis 2021 stellt der Stifter und Namensgeber den Vers voran: „Wenn Schatten und Blitze stürzen, möchte ich sein wie das Meer nach Gewittern – ohne Narbe und Wunde die Flut.“ Ulrich Grasnick greift damit auch das Bild von einem Fluss auf, der im Meer sein Ziel findet, sich aber auch darin verliert.

15,00 €*
Neu
Paul Heyse: Das Goethe-Haus in Weimar

Herausgegeben und mit Nachwort versehen von Ralf Georg Czapla

Bibliotheca Fraengeriana, Bd. VI

Seit Mitte der 1880er-Jahre stand der Schriftsteller Paul Heyse (1830–1914) in der Kritik: Der einstige Liebling der deutschen Leser galt der jungen Generation der Naturalisten als weltfremd, wirklichkeitsfern und verlogen. Mit seinem Gedicht auf Goethes Haus am Frauenplan, das 1886 zum Nationalmuseum erhoben worden war, antwortete Heyse seinen Widersachern, die weder vor seiner Person und seinem Werk noch vor seiner jüdischen Herkunft haltmachten. Zeigt sich das Gedicht in seiner Struktur antiken Modellen verpflichtet, so evoziert seine Sprache in Anspielungen und Zitaten eine Vielzahl von Dichtern, die Heyse als mustergültig empfand. Mit dem Bekenntnis zum zeitlos Schönen und Erhabenen formiert sich Das Goethe-Haus in Weimar schließlich zum antinaturalistischen Programmgedicht. Seit seiner Erstveröffentlichung im Goethe-Jahrbuch 1888 erlebte der Text zahlreiche Neuauflagen. Heyses Handschrift aber geriet darüber in Vergessenheit. Als Dokument eines Prozesses dichterischer Selbstvergewisserung und Selbstbehauptung erscheint sie hier erstmals in einer kommentierten Faksimile-Ausgabe.

15,00 €*
Neu
Sigrid Damm

Gespräche und Texte über Werk und Weggefährten

Der Literaturhistoriker Karl Otto Conrady urteilte einmal über das OEuvre von Sigrid Damm: „Ein imponierendes Werk. Es besticht durch seine literarische Kunst, die Fernes ins Gegenwärtige holt, neue Sichten öffnet, Übersehenes entdeckt, Erkenntniszugewinn vermittelt und zu alldem anhaltendes Lesevergnügen beschert.“ Leben und Werk der viel gelesenen und mit zahlreichen Preisen (u. a. Feuchtwanger-, Mörike-, Fontane-, Thüringer Literaturund Weimar-Preis) ausgezeichneten Schriftstellerin werden in fünf Gesprächen plastisch, die Ulrich Kaufmann mit der Autorin zwischen 1998 und 2021 geführt hat. Der Band wirft einen Blick auf ihr Frühwerk, lesenswerte Betrachtungen zur DDR-Literatur, und ist zugleich ein Sigrid-Damm-Lesebuch. Er enthält heute vergessene bzw. nur schwer zugängliche Texte über Kollegen, Freunde und bildende Künstler. Zahlreiche Fotos, von denen hier etliche zum ersten Mal veröffentlicht werden, geben Einblick in ein bemerkenswertes Leben, das im thüringischen Gotha begann und über Studium der Germanistik und Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Promotion sowie Mitarbeit im Ministerium für Kultur der DDR bis zu einer mittlerweile mehr als vierzigjährigen Tätigkeit als freiberufliche Schriftstellerin und Herausgeberin reicht.

26,00 €*
Neu
Argonautenschiff 29/2021

Jahrbuch der Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e.V.

Das Argonautenschiff 2021, das 29. Jahrbuch der Anna-Seghers-Gesellschaft, widmet sich dem Thema Anna Seghers und der Schriftstellerverband der DDR. Von 1952 bis 1978 war Anna Seghers Vorsitzende des Schriftstellerverbandes. Diesen Spuren ihrer Tätigkeit wird in den Beiträgen des Jahrbuches, unter anderem von Christel Berger, Achim Roscher und Ulrich Kaufmann, ebenso nachgegangen wie den unterschiedlichen Ausrichtungen des Verbandes selbst. Daneben enthält das Jahrbuch die Reden von Ivna Žic und Hernán Ronsino, die im Jahr 2020 den Anna Seghers-Preis erhalten haben.

25,00 €*
Neu
/ / Günter de Bruyn – Schreibwelten

Zwischen märkischer Kulturgeschichte und deutscher Gegenwart

Die Autorschaft von Günter de Bruyn (1926–2020) erstreckt sich über sechs Jahrzehnte und umfasst Romane und Erzählungen, kulturhistorische Essays und Chroniken, Biografien und autobiografische Schriften. In seinem Werk gehen Historie und Fiktion, Geschichte und Gegenwart, Eigenes und fremdes vielfältige schöpferische Verbindungen ein und bilden besondere Schreibwelten. Diesen widmete das Kleist-Museum, Frankfurt (Oder) 2021 ein Ausstellungs- und Tagungsprojekt und präsentiert zu Günter de Bruyns 95. Geburtstag mit diesem Band aktuelle Perspektiven auf Themen und Strukturen seines Werkes, seine Poetik sowie die Rezeption des Autors im europäischen Ausland. Ein Schwerpunkt des Bandes liegt auf de Bruyns märkischem Schreiben. Über die gesamte Dauer seines Schriftstellerlebens ließ de Bruyn die Landschaft, Kultur, Literatur und Geschichte der Mark Brandenburg erzählerisch prominent in Erscheinung treten. Die Fokussierung auf de Bruyns Schreibwelten eröffnet einen neuen Blick. Dieser profitiert von einem reichen Materialfundus: Erstmals konnten seine Recherche- und Arbeitsmaterialien genutzt und im Bild dokumentiert werden.Die Buchinformation zum Download.

28,00 €*
Neu
/ Der Ketzer von Soana

Mit Radierungen von Hans Meid, mit einem Nachwort von Stefan Rohlfs

Erkneraner Ausgabe, Bd. 3

Mit der erstmals 1918 in der Neuen Rundschau veröffentlichten Novelle Der Ketzer von Soana feierte Gerhart Hauptmann einen der größten Erfolge als Erzähler. Hauptmann schildert hier die leidenschaftliche Liebe des jungen Priesters Francesco zu der fünfzehnjähigen Ziegenhirtin Agata. Im letzten Kriegsjahr war das Publikum für solch einen Stoff empfänglich, es war von der Sehnsucht nach Frieden erfüllt und der militärischen Thematik überdrüssig. So kam die Novelle, die eine Glückserfüllung vergegenwärtigte, gerade recht. Selten fielen die Rezensionen für ein Hauptmann-Werk so unterschiedlich aus. Während evangelische Kirchenkreise die Novelle zum Anlass nahmen, eine heftige Attacke gegen Autor und Verlag zu führen, zeigten sich Vertreter der literarischen Moderne begeistert und sahen darin eine „tiefe, heilende Erquickung“ (Walther Rathenau). Dem dritten Band der Erkneraner Ausgabe sind die Radierungen von Hans Meid beigegeben, mit denen die Ausgabe von 1926 bei S. Fischer illustriert war.

15,00 €*
Neu
/ Irjendwat is imma

Mit Illustrationen von Antje Püpke

Ute Apitz sieht genau hin und sich selbst tief in die Seele. Ihre Anekdoten und Gedichte in Berliner Mundart sind spritzig, urkomisch und ab und zu eigentlich zum Heulen, wenn sie nicht so lustig wären. Sie erzählt vom Versprechen, Verlieben, Verweigern, vom Vergessen, Versagen und vom Vergeben. Mit Charme, Humor und großem Herzen hält sie sich und den Leserinnen und Lesern den Spiegel vor, damit sie erkennen, wer sie sind: immer Suchende. Durch den Berliner Dialekt tauchen sie in ein Stück Berlin-brandenburgische Lebenswelt ein, die in Hochsprache so nicht beschreibbar wäre. Antje Püpke illustriert fantasievoll und mit feinem Gespür für die Untertöne, die sie so zum Schwingen und Klingen bringt. Sie liebt das Berlinern und fand so den direkten Draht zu Ute Apitz, deren sinnliche und humorvolle Texte sie manchmal mit einem Lachen im Herzen und einer Träne im Auge oder umgekehrt in Bilder übersetzt hat.

15,00 €*
Neu
Verlorene Briefe

Kein klingelndes Telefon, kein Brief, keine Mail, alles ist tot mit „gefüllter Leere“. Plötzlich erwacht ein neues Leben in Briefen an eine längst verflossene Liebe. Jahre rauschen vorüber und machen sich an Beobachtungen, Anekdoten im Hier und Jetzt fest. Rückblickend beginnt man die Unmöglichkeit des Möglichen zu begreifen und vielleicht auch zu verstehen. Maria Herrlich erzählt in ihren Verlorenen Briefen von Treue, Vertrauen, Schuld und Verrat – und das alles ohne Lösungsvorschlag. Sie beschreibt augenzwinkernd, komisch, bisweilen ernst den Lebenslauf der Liebe, ohne ihn je bloßstellen zu wollen. Ihre Erzählerin beobachtet klug, was um sie herum geschieht, sieht die Einsamkeit, aber auch die Freuden des Alleinseins ganz klar.Vielleicht findet sich am Ende zwischen all der Werbung und den Rechnungen doch einmal ein handgeschriebener Brief, beklebt mit einer ausgesucht schönen Briefmarke …

15,00 €*
Neu
Die fünfte Nacht

Roman

Paul ist Straßenbahnfahrer in Duisburg. Als er sich auf ein Abenteuer mit der sehr viel jüngeren Séverine einlässt, zerbricht seine Ehe. Zwei Obsessionen befallen ihn immer wieder: Die eine kreist um eine nervöse Spannung, die für ihn in der Luft liegt, fast greifbar unter den Fahrgästen, die andere um Einstürze im durch den Bergbau unterhöhlten Revier, Tagesbrüche genannt – ein Wort, das ihm Furcht einflößt. In Gedanken sieht er die Gegend langsam, aber sicher versinken. Paul lernt die ungleichen Brüder Yann und Wolle kennen. Während Yann bei der Antifa aktiv ist und in einem Blog islamistische Strömungen anprangert, gilt Wolle als berüchtigter rechter Hooligan. Yann hat zwei beste Freunde, den Kurden Baran und den schwarzen Softwareentwickler Kymani, der fast irre wird bei der Frage, woher er komme, aber geduldig antwortet: aus Oberhausen. Vor einer Kneipe wird Wolle niedergestochen, worauf Yann ihn vorübergehend bei sich aufnimmt. Und dann stürzt eine rassistisch motivierte Amokfahrt alle in großes Entsetzen … Eindringlich schildert Ralph Hammerthaler unterschiedliche soziale Milieus und eine ganze Reihe von Figuren, die das Wort von der Migrationsgesellschaft, die das Revier seit Langem prägt, mit Leben erfüllen. Und er zeigt Risse auf, die sich für seine Protagonisten unmerklich auftun. Die Buchinformation zum Download.

24,00 €*
Neu
Der Besuch der Mutter

Berliner Geschichten

Joochen Laabs gilt als meisterlicher Geschichtenerzähler. Sein Stoff ist das schwer zu fassende Innere des Einzelnen, das von der Außenwelt umklammert wird. Dabei ist er ein genauer Beobachter der scheinbar nebensächlichen Dinge, Gesten und Verhaltensweisen, in denen sich so viel über die Menschen, ihre Zwänge und Erwartungen, ihre Ängste und Hoffnungen ausdrückt. Das Arglos-Alltägliche, betörend konkret erfasst, gleitet dabei unversehens ins Hinterhältige und Beklemmende. Spätestens hier weitet sich sein Blick auf die historischen Eckpfeiler, denen niemand entkommt. Es sind leise Geschichten ohne Pathos und Larmoyanz, von Ironie und Witz durchwebt, voller Sympathie für wenig heldenhafte Figuren und deren Schicksale. In den Erzählungen ist ein unverkennbar kritischer Blick auf die von zweierlei Erfahrungen geprägten Lebensläufe gerichtet, die sich durch Bau und Fall der Mauer zwischen Ost und West so verschieden verfestigten. Doch Laabs findet einen Notausgang aus den scheinbaren Parallelwelten: die Literatur.

18,00 €*
Neu
Rudolf Borchardts europäische Briefnetzwerke

Schriften der Rudolf-Borchardt-Gesellschaft, 16

Rudolf Borchardt (1877–1945) ist neben Thomas Mann, Hugo von Hofmannsthal und Rainer Maria Rilke einer der großen deutschsprachigen Briefschreiber in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zunächst noch aus Deutschland und ab 1905 vor allem aus Italien spannt er mit seinen zahllosen Korrespondenzen ein filigranes Briefnetzwerk über ganz Europa, mit dessen Hilfe er sein Programm einer ‚schöpferischen Restauration‘ der abendländischen Kultur in einer Krisenepoche umzusetzen versucht. In dem Band werden Borchardts deutsche, italienische und englische Briefwechsel mit Dichterfreunden, Gelehrten und Verlegern erstmals im Überblick dargestellt. Daneben ist Borchardt ein großer Liebesbriefautor. Die Briefe an seine zweite Ehefrau Marie Luise Voigt sowie an die von ihm ebenso leidenschaftlich wie vergeblich geliebte und kunstvoll umworbene lesbische Bildhauerin Christa Winsloe werden eingehend untersucht. Mit dem Band wird daher dieses großartige Briefwerk zum ersten Mal umfassend erschlossen. Mit Beiträgen von Dieter Burdorf, Leonhard Herrmann, Kai Kauffmann, Alexander Kissler, Markus Neumann, Jörg Schuster, Peter Sprengel, Renate Stauf und Vivetta Vivarelli.

25,00 €*
/ Man lebt von einem Tag zum andern

Briefe 1935–1948

„Ich bin rein arisch, mein Stammbaum nimmt gar kein Ende. Es kotzt mich an, sowas sagen und schreiben zu müssen.“ (Irmgard Keun an Franz Hammer, 1935) Im Sommer 1935 erhält die Schriftstellerin Irmgard Keun (1905–1982), deren Romane von den Nationalsozialisten verboten worden sind, Post von einem unbekannten Kollegen. Franz Hammer (1908–1985) ist nach der Machtübernahme Hitlers verhaftet und anschließend zu Zwangsarbeit verpflichtet worden. Dennoch hat er – wie Irmgard Keun – das Schreiben nicht aufgegeben. Zwischen beiden entsteht rasch eine warmherzige Brieffreundschaft, die auch nicht abreißt, als sie sich entschließt, ins Exil zu gehen. Da Irmgard Keun kein Archiv hinterlassen und biografische Spuren verwischt hat, besitzt der Fund von zwanzig Briefen und Gegenbriefen im Literaturarchiv der Akademie der Künste, Berlin besonderes Gewicht. Die Autorin schildert, wie sie ihre illegale Publikationstätigkeit im „Dritten Reich“ organisiert und wie sie vergeblich versucht, zur Reichsschrifttumskammer zugelassen zu werden. Nach ihrer Flucht aus Deutschland berichtet Keun über die prekäre Existenz als Exilschriftstellerin. Weitere kürzlich aufgefundene Briefe, unter anderem an ihren Ehemann Johannes Tralow (1882–1968), stammen aus der Zeit von Keuns Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1940. In ständiger Gefahr, ins Konzentrationslager zu kommen, schlägt sie sich bis Kriegsende durch. In den Trümmern ihres Elternhauses beginnt sie, wieder für den Rundfunk zu schreiben. Auf die Spuren Irmgard Keuns in Berlin begibt sich Autor und Herausgeber Michael Bienert im vbb-Titel Das kunstseidene Berlin. Irmgard Keuns literarische Schauplätze (2020).

24,00 €*
/ / Aus dem Irrgarten der Literatur

Lyrisches, Prosaisches, Autobiographisches, Erlebtes und Erfundenes

Der Münchner Literat Otto Julius Bierbaum (1865–1910) ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Jahrhundertwende. Seine Bücher sind Bestseller, die in etlichen Auflagen erscheinen. Rastlos schreibt und publiziert er und durchquert dabei verschiedene Genres: Neben der Lyrik und seinen Romanen mischt Bierbaum sich mit Essays in die Literatur- und Kunstdebatten um die Moderne ein, engagiert sich für das Kabarett als Kunstform und überführt den Reisebericht ins automobile und touristische Zeitalter. Er gilt um 1900 als einer der wichtigsten deutschen Lyriker, sein Roman Stilpe zählt für einige Zeitgenossen zu den besten Romanen der Zeit, und die von ihm mitbegründete Zeitschrift Die Insel schreibt Literatur- und Buchkunstgeschichte. Mit zahllosen Künstlern seiner Zeit steht er im Austausch, setzt sich für das Werk Arnold Böcklins ein und fördert den jungen Rainer Maria Rilke, während Max Reger, Arnold Schönberg und Richard Strauss seine Gedichte vertonen. Die von Björn Weyand und Bernd Zegowitz sorgfältig edierte Auswahl aus Bierbaums Werken lädt dazu ein, diese literarische Schlüsselfigur der Jahrhundertwende wiederzuentdecken und sich mit Bierbaums Texten in eine Zeit zu begeben, die sich als Übergangszeit begreift und die gerade deshalb überaus vielgestaltig ist, weil sie nach neuen Formen sucht und diese erprobt. Ein Irrgarten, gelegentlich, in dem Bierbaum lustvoll umherwandelt und den er originell bereichert, immer getreu dem von ihm geprägten Motto: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“

28,00 €*
/ Lebens Licht und Lebens Schatten

Filmkunst der DDR im Gespräch

Herausgegeben von der DEFA-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung

Seit 2003 befragt der Kulturwissenschaftler Paul Werner Wagner namhafte Regisseure, Drehbuchautoren, Schauspielerinnen und Schauspieler der DEFA über ihr Leben und Wirken, ihre größten Erfolge, aber auch die Schattenseiten ihres Lebens vor und hinter der Kamera – immer mit Blick auf den großen Epochenumbruch 1989/90, der nicht nur das Ende der staatlichen Filmgesellschaft der DDR, sondern auch große Veränderungen in den Biografien ihrer Akteure mit sich brachte. Aus den Zeitzeugengesprächen, die er in den Reihen Berliner MontagsDiskurs, DEFA-Filmküche in der Quchnia und Forum Kultur und Politik in Halle (Saale) führte, hat Paul Werner Wagner gemeinsam mit dem Journalisten Hans-Dieter Schütt eine Auswahl getroffen. Zu Wort kommen Christel Bodenstein, Angelica Domröse, Cox Habbema, Eva-Maria Hagen, Jutta Hoffmann, Otto Mellies, Jaecki Schwarz, Hilmar Thate, Ulrich Plenzdorf, Roland Gräf, Egon Günther, Siegfried Kühn, Kurt Maetzig, Rainer Simon und Herrmann Zschoche.

20,00 €*
Stadt der ausgefallenen Leuchtbuchstaben

Isobel Markus erzählt Geschichten über Berlin und seine Menschen, die so vielfältig sind wie die Stadt selbst. Mal herzlich, mal derb und rau, abgefahren oder geerdet, skurril und verspielt oder sehr praktisch veranlagt, dabei immer mit einem liebevollen Blick und einem zwinkernden Auge. So lässt sich erfahren, wie es ist, wenn auf Friedhöfen Ehekrisen zum Leben erwachen, welche Schulabschlüsse man in Spätis erhalten kann, wie man nette Männer auf Tinder wieder los wird, wie man mit sechzehn seine Mutter beim Ausgehen austrickst und wie man als Mutter das Problem selbstgebastelter Adventskalender löst. Ein Buch für Berliner*innen und Berlin-Interessierte. Für Großstadtliebhaber*innen und -genervte. Für Landflüchtige und Stadteremiten. Für die Auffälligen und die Unsichtbaren.

15,00 €*
Bergengrueniana V

Im Auftrag der Werner Bergengruen-Gesellschaft herausgegeben von Eckhard Lange

Ein weniger bekannter Werner Bergengruen wird in dieser Ausgabe der Bergengrueniana beleuchtet: der Journalist und Publizist. Sabine Dumschat hat die Quellen aufgespürt, die in Archiven und Handschriftenabteilungen liegen und den jungen Berichterstatter für Pressedienste und die Baltischen Blätter zeigen, aber auch den bis ins Alter publizierenden Essayisten und Feuilletonisten. Streckenweise nahezu parallel zu lesen sind die Briefe Bergengruens an seine Frau und seine Eltern aus dem Jahr 1920, in denen sich der junge Schriftsteller auf der Suche nach einem Brotberuf auf schwankendem Boden bewegt, zwischen journalistischer „Zeilenschinderei“, bäuerlichen Siedlungsplänen und professioneller Philatelie balancierend. Bernhard Stalla liefert einen Reisebericht auf den Spuren des bereits etablierten Schriftstellers im heutigen Baltikum. Bergengrueniana V enthält zudem eine weitere Folge des ungekürzten Compendium Bergengruenianum und die Dokumentation der Verleihung des Werner-Bergengruen-Preises an den Schriftsteller Ingo Schulze (2019).

25,00 €*
Im Sandmoor ein Android

Gedichte

Der Kritiker Björn Hayer fragte in einer Rezension von Şafak Sarıçiçeks 2019 erschienenem Lyrikband Kometen, Kometen: „Wer spricht hier? Gewiss ein Poet, der sich vollmundig in die Tradition der hohen Dichterpriester wie Hölderlin, George und Rilke samt deren Hang zu prophetischem Überschwang stellt. […]. Spricht hier ein Nostalgiker? Ja, aber mit Beschwingtheit und kraftvollem Funkenschlag!“ Mit Aplomb treten auch die Gedichte auf, die Im Sandmoor ein Android versammelt. Bemerkenswert ist ein Zyklus, der die Heidelberger Sammlung Prinzhorn – ein Museum für Kunstwerke aus psychiatrischen Kliniken – reflektiert und in kraftvolle Sprachbilder übersetzt. Überhaupt geht es in Sarıçiçeks Lyrik oft um Objekte, um Exponate. Kaum ein Gedicht ohne Auftritt lebender oder fossiler Pflanzen und Tiere. Dies alles gerät jedoch nicht zum Panoptikum, sondern ist immer auf das ambivalente Zusammenspiel mit denen bezogen, die es in der Hand haben, die Erde weiterexistieren oder untergehen zu lassen. Da, wo es um das Agieren der Menschen untereinander geht, wird ein tiefer Humanismus deutlich – und ein verhaltener Optimismus, dass es Homo sapiens gelingen wird, seine selbstzerstörerischen Kräfte ins Positive zu wenden.

14,00 €*
/ / Glückliche Wochen

Erzählungen

Die Erzählungen von Andreas Rasp (1921–2013) schildern Erlebnisse eines als „rassisch minderwertig“ abgestempelten Jugendlichen in den ersten Jahren des „Dritten Reiches“ und sein Exil in England. Neben diese autobiografischen Erzählungen treten satirische und fantastische Texte, die mit leichter Hand die Grundlage des westlichen Denkens hinterfragen – alle erwachsen aus genauer Beobachtung. Sie besitzen sprachliches Feingefühl und verfügen über einen bissigen, auch selbstironischen Humor. Andreas Rasp wuchs in Berlin in einem von Theater, Kunst und Literatur geprägten Milieu auf: Sein Großvater Felix Hollaender war Regisseur und Intendant des Deutschen Theaters, sein Vater Fritz Rasp ein bekannter Bühnen- und Filmschauspieler, seine Mutter Eva arbeitete als „Märchentante“ für den Rundfunk. Während des Exils lernte Rasp Ernst Gundolf kennen, der zum Kreis um Stefan George gehört hatte. Nach Studium und erster Berufstätigkeit kehrte er 1952 nach Deutschland zurück. Bis zu seiner Pensionierung unterrichtete er Englisch in Heidelberg. Dort lernte er Arnfrid Astel kennen, an dessen Zeitschrift Lyrische Hefte er redaktionell mitarbeitete und für die er eigene Beiträge schrieb. Ab 1964 entwickelte er eine eigene Maltechnik mit der Rohrfeder. Eine kleine Auswahl seiner Zeichnungen ist den Erzählungen beigegeben.

20,00 €*
Gott hab sie selig

Neue Anekdoten von anomal bis digital

Kennen Sie den Abgeordneten Mierscheid? Wissen Sie, warum eine mexikanische Biersorte „Sprühentladung“ heißt? Und ahnen Sie, was Gummientchen mit Karl Marx zu tun haben? Dies und mehr Überraschendes erfahren Sie aus den neuen Anekdoten von Petra Pau. Und wie schon ihr erstes Buch hat der neue Band der linken Politikerin einen göttlichen Titel. Weshalb? Auch das wird erhellt – genauso wie die Frage, was im 21. Jahrhundert politisch links ist und wie sich die Digitalisierung auf die Demokratie auswirkt. Petra Pau ist Urberlinerin (Ost) und seit über zwanzig Jahren Bundestagsabgeordnete. Und mittlerweile ist sie auch dienstälteste Vizepräsidentin des Parlaments. Ihre präzisen Beobachtungen aus dem Politikbetrieb, ob aus dem Hohen Haus oder aus ihrem Wahlkreis Berlin-Marzahn-Hellersdorf und weit darüber hinaus – sie sind prägnant und kurzweilig geschrieben. Etliche Episoden sind heiter, manche ernst – wie das Leben selbst.Preview: Petra Pau zu Gast bei Ralph Hammerthalers ZEIT FÜR ZUKUNFT #11 Gespaltene Gesellschaft?

10,00 €*
/ Hundert Arten auf den Wolf zu kommen

Mit zehn farbigen Illustrationen von Helge Leiberg

„Mama, ich hab Angst, ich kann nicht einschlafen. / Wovor hast du denn Angst? / Vor dem Wolf. Dass er herkommt“. Mateja Ellen Ruth Sarah Mutesius liegt im Dunkeln im Bett, überzeugt, dass der Wolf Mittel und Wege findet, zu ihr vorzudringen. Und was dann passiert, weiß sie aus Büchern. Ebenso wendig und findig wie die Tochter, die die möglichen Schlupflöcher des Wolfes ausbuchstabiert, reagiert die Mutter und beruhigt das Kind. So nimmt der existenziell verwobene Dialog von Tochter und Mutter seinen Lauf. Hundert Arten auf den Wolf zu kommen erzählt von verschlungenen Umwegen, die die Gedanken, zu Gestalten geworden, nehmen: Ein Erfinden aus Not wird zur Offenbarung, wie dem Wolf und der Angst beizukommen ist. Abkürzungen helfen nicht, aber vielleicht Kuchen mit Kirschen?Helge Leibergs Bilder nehmen die Gedanken von Tochter und Mutter in der Verfolgung der Schatten auf und beginnen ihrerseits eine poetische Reise – hinein in die Tagträume und Dunkelkammern der Fantasie, mit ungeahnten Dimensionen …Ausgezeichnet als "Bilderbuch des Monats November 2021" von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V.   Leseprobe

15,00 €*
Koscher, Klaus & Kupfer

Berend Lehmann Museum Halberstadt

Begleitband zur Ausstellung, herausgegeben von Jutta Dick im Auftrag der Moses Mendelssohn Akademie Halberstadt

Im Frühjahr 2021 wird die neue Dauerausstellung des Berend Lehmann Museums in Halberstadt eröffnet. Das Museum gehört zu der seit 1998 im ehemaligen jüdischen Gemeindezentrum beheimateten Moses Mendelssohn Akademie. Da Halberstadt einer von wenigen Orten in Deutschland ist, an denen ein nahezu komplettes Ensemble von baulichen Zeugnissen an die jüdische Tradition erinnert, kann auch die Ausstellung an zwei authentischen Orten präsentiert werden: In der Klaus – dem ehemaligen jüdischen Lehrhaus – im Rosenwinkel werden Grundlagen des Judentums vermittelt, und im Mikwenhaus in der Judenstraße wird die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichende wechselvolle Geschichte der Halberstädter Juden im Kontext der Geschichte der Juden im europäischen Raum erzählt. Grundlage für die neue Dauerausstellung bildete unter anderem die deutlich gewachsene Sammlung autobiografischer Texte, Dokumente, Fotos sowie profaner und ritueller Objekte aus Halberstädter jüdischen Familien. Die Objekte verdeutlichen die Geschichte von Ortswechseln aus privaten oder ökonomischen Gründen und zeugen von der Anziehungskraft der jüdischen Gemeinde. Zudem wird an ihnen die glanzvolle Vergangenheit dieser Gemeinde, dieses Zentrums jüdischer Gelehrsamkeit, sichtbar. Aber auch die Geschichte von Verfolgung, Flucht und Vernichtung kommt in den Blick. Der reich bebilderte Band gibt einen Einblick in die facettenreiche und durch einmalige Objekte rekonstruierte Geschichte der Halberstädter Juden.

20,00 €*
Kosher, Klaus & Copper

Exhibit catalogue of the Berend Lehmann Museum Halberstadt

Edited by Jutta Dick on behalf of the Moses Mendelssohn Academy Halberstadt

Edited by Jutta Dick on behalf of the Moses Mendelssohn Academy Halberstadt The new permanent exhibit of the Berend Lehmann Museum in Halberstadt will open in the spring of 2021. Since 2001, the Museum has been an integral part of the Moses Mendelssohn Academy, founded in 1995. The Museum and the Academy are located in historical buildings of the former Jewish community center. The permanent exhibit will be presented at two locations of the former Jewish community center. In the Klaus on the Rosenwinkel, the former Lehrhaus or place of Jewish learning, the fundamentals of Judaism will be conveyed. In the mikveh on the Judenstrasse, the eventful history of Halberstadt Jews dating back to the 13th century will be told in the context of the history of Jews in Europe. The new permanent exhibit was created because intensive research over the past twenty years has yielded new insights. The significantly expanded collection of autobiographical writings, documents, photos and, in particular, profane and ritual objects from Jewish families from Halberstadt formed the basis for this. The present volume includes the central locations and objects of the exhibit. The objects illustrate the history of changing locations for private or financial reasons and testify to the special attraction of the community. They are also reminders of the glorious past of this important Jewish community and center of Jewish learning. Yet they also show the history of persecution, escape and annihilation. The richly illustrated volume provides an insight into the multi-facetted history of the Jews in Halberstadt, reconstructed through these unique objects.

20,00 €*
/ Das kunstseidene Berlin

Irmgard Keuns literarische Schauplätze

Mit Romanen über junge, selbstbewusste Frauen, die in der Gesellschaft der Weimarer Republik ihren Weg suchen, machte Irmgard Keun im Berlin der Weltwirtschaftskrise Furore. Die Nationalsozialisten verboten ihre Bücher und vertrieben sie ins Exil. Heute zählt Das kunstseidene Mädchen zu den Klassikern der Berlin-Literatur. Mit großem Sprachwitz schildert der Roman die Odyssee der minderjährigen Doris durch Bars und Betten, Mietskasernen und Luxuswohnungen, Kinos und Bahnhofswartesäle. Das kunstseidene Berlin stellt erstmals alle Schauplätze mit Fotos, Adressen und Dokumenten vor. In den Blick kommen auch die Kindheitsorte Irmgard Keuns, die in Charlottenburg geboren wurde und in Wilmersdorf zur Schule ging, ehe die Familie nach Köln umzog. Erzählt wird, wie Keun 1931 in Berlin einen Verlag fand, wie sie sich 1933 in einen „nichtarischen“ Charité-Arzt verliebte und versuchte, als unerwünschte Autorin im nationalsozialistischen Deutschland zu überleben. Unbekannte Briefe und Dokumente aus Archiven beleuchten ihre damalige Schreibsituation und ihre Kontakte nach Ost-Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Entdeckungsreise auf den Spuren einer herausragenden Autorin der Moderne streift das Berlin der Kaiserzeit, der Weimarer Republik, der NS-Zeit, der frühen DDR-Jahre – und verliert die Gegenwart nie aus dem Blick. DER FILM ZUM BUCH Das kunstseidene Berlin - Making Of Mit der Kamera begleitet Leon Buchholz den Autor Michael Bienert in den letzten Tagen vor der Drucklegung seines neuen Buches Das kunstseidene Berlin. Der Buchgestalter Ralph Gabriel und der Verleger André Förster sprechen über das Besondere der Buchreihe Literarische Schauplätze, in der bereits Bücher über Erich Kästner, Bertolt Brecht, Alfred Döblin und E. T. A. Hoffmann erschienen sind. 

25,00 €*
/ Die Insel der Großen Mutter oder Das Wunder von Île des Dames

Eine Geschichte aus dem utopischen Archipelagus, mit Aquarellen von Charlotte E. Pauly

Erkneraner Ausgabe, Bd. 2

Mit einem Nachwort von Stefan Rohlfs Ähnlich wie in dem Roman Atlantis von 1912 stellt Gerhart Hauptmann in seinem 1924 erschienenen Insel-Roman eine in sich geschlossene Gesellschaft dar, die dazu verurteilt ist, über einen gewissen Zeitraum vom übrigen Weltgeschehen abgeschottet zu existieren. Nach einem Schiffsunglück, bei dem alle Männer untergegangen sind, landen die geretteten Frauen und Kinder auf einer unbewohnten Südseeinsel. Die Frauen müssen ihr Leben organisieren und bauen ein Gemeinwesen mit Verwaltung und einem Regelwerk für das Zusammenleben auf. Als einige der Frauen schwanger werden, wird eine Religion der unbefleckten Empfängnis etabliert. Die Schwangerschaften werden fortan der Gottheit Mukalinda zugeschrieben. So postulieren die Frauen eine männerlose Gesellschaft, getragen von einer mutterrechtlich bestimmten Kultur. Alle männlichen Neugeborenen werden auf einen entlegenen Platz der Insel verbannt … Gerhart Hauptmann karikierte mit diesem Roman die aus seiner Sicht übertriebene Frauenemanzipation. 1916 begonnen, setzte er den Schlachten des Weltkrieges das Bild der lebenserhaltenden mütterlichen Kraft entgegen. Dem Untergang folgt die Erschaffung einer neuen Kultur. Insofern greift der auf den ersten Blick utopische Romanstoff durchaus Fragen der Zeit auf. Der zweite Band der Erkneraner Ausgabe von Gerhart Hauptmanns Werken enthält erstmals den Aquarell-Zyklus, den die Künstlerin Charlotte E. Pauly (1886–1981), vom Roman inspiriert, geschaffen hat.

20,00 €*
/ / Was vom Drama übrig bleibt

Aus der Theatersammlung des Kleist-Museums

Heinrich von Kleists Werke wurden und werden weltweit auf den Theaterbühnen gespielt. Doch was bleibt, wenn der letzte Vorhang gefallen ist? Und was erzählt das, was übrig bleibt? Das Kleist-Museum, Frankfurt (Oder), bewahrt die „Reste“ vieler Inszenierungen, zum Beispiel Bühnenmodelle, Figurinen, Kostüme, Requisiten, Strichfassungen, Plakate, Programmhefte, Kritiken, Szenenfotos. Aber auch immaterielle Hinterlassenschaften wie Erinnerungen von Beteiligten gehören dazu. Theatergeschichten aus 200 Jahren verbergen sich in den Tiefen des Archivs. Der Band versammelt Perspektiven von Theaterschaffenden und Wissenschaftlerinnen auf einzelne Objekte der Theatersammlung des Kleist-Museums. Außerdem enthält er Interviews mit den international arbeitenden Regisseuren Holk Freytag, Matthias Langhoff, Armin Petras und Claus Peymann sowie dem Bühnenbildner Martin Fischer.

20,00 €*
/ Saatkorn sein. Zwischen Mühlsteinen

Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis 2020

Nähe und Ferne: Betrachten wir mit bloßem Auge einen Himmelsausschnitt und suchen nach Sternen, so sind einige sofort sichtbar, andere wollen noch erspäht werden. In diesem Hölderlin Jubiläumsjahr ist alles anders. Das Licht der fernen Sterne braucht lange, um die Erde zu erreichen. Wenn es uns erreicht, machen wir seine Entdeckung öffentlich und fragen die große Natur um Rat. Ulrich Grasnick Der Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis wird jährlich an zwei AutorInnen für ein Gedicht in deutscher Sprache mit hohem künstlerischem Anspruch vergeben. Diese und andere Wettbewerbsbeiträge werden im Anschluss veröffentlicht. Die Prämierten des Wettbewerbs 2020 sind Dorothee Krämer mit dem Gedicht baden und Andreas Lehmann mit kein manifest. Mehr unter: www.ulrich-grasnick.de  

15,00 €*
/ Abwerfen der Last, die uns hindert am Gehen

Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis 2019

Schritte - es braucht manchmal eine Strecke zurück, um das Orientierungszeichen neu zu setzen. Es liegen herum, Steine für einen Anstoß, Worte als Impuls für einen Schub neuer Verse. Gedichte sind Bausteine. Ulrich Grasnick Der Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis wird jährlich an zwei AutorInnen für ein Gedicht in deutscher Sprache mit hohem künstlerischem Anspruch vergeben. Diese und andere Wettbewerbsbeiträge werden im Anschluss veröffentlicht. Die Prämierten des Wettbewerbs 2019 sind Peter Frank mit seinem Gedicht Totensonntag und Kathrin B. Külow mit ihrem Gedicht nie war das grüne tiefer. Mehr unter: www.ulrich-grasnick.de  

15,00 €*
/ Klartext: Bühne oder Feuer

Szenen, Gedichte, Prosa und Skizzen aus dem Nachlass

In Verbindung mit der Akademie der Künste herausgegeben von Kristin Schulz

„Als dem S. wieder mal der Stein den Berg runtergerollt war, sagte er laut: Jetzt ist aber Schluß mit der Scheiße, er vergrub den Stein in der Erde und wollte seiner Wege gehen. Wohin wußte er nicht.“ (Georg Seidel) Georg Seidel (1945–1990) ist noch immer ein Geheimtipp, obwohl er Anfang der 1990er-Jahre mit seinem Theaterstück Villa Jugend von der hymnischen Kritik gleich neben Heiner Müller platziert wurde. Der Band, der zu Ehren von Seidels 75. Geburtstag erscheint, versammelt zahlreiche unbekannte Texte aus dem Nachlass: autobiografische Notate, Programmatisches, Tagebucheinträge, Lyrik, Szenen und kurze Stücke sowie ein bisher ungespieltes Berlin-Stück, geschrieben 1987 anlässlich der bevorstehenden 750-Jahr-Feier der Stadt: ein grotesker Bilder- und Geschichtsbogen, gespannt über 200 Jahre, der den Fall der Mauer zwei Jahre vor dem tatsächlichen Ereignis vorwegnimmt. Geboren 1945 in Dessau, arbeitete Georg Seidel als gelernter Werkzeugmacher, ab 1968 als Bühnenarbeiter am Dessauer Theater. Die zugesagte Immatrikulation beim Leipziger Literaturinstitut Johannes R. Becher wurde zurückgezogen. Ab 1973 war er als Beleuchter tätig, ab 1975 am Deutschen Theater in Berlin, an dem er sieben Jahre später zum dramaturgischen Mitarbeiter aufstieg. Seit Ende 1987 schlug er sich als freischaffender Autor durch, bis er im Juni 1990 einem Krebsleiden erlag, ohne die erfolgreiche Uraufführung seines letzten Theaterstücks Villa Jugend am Berliner Ensemble noch mitzuerleben, für das er im selben Jahr postum den Mülheimer Dramatikerpreis erhielt.

20,00 €*
Argonautenschiff 28/2020

Jahrbuch der Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e.V.

Das 28. Argonautenschiff, Jahrbuch der Anna-Seghers-Gesellschaft, ist dem Thema Begegnungen mit Anna Seghers gewidmet. Der Begriff „Begegnungen“ ist weit gefasst und reicht vom persönlichen Zusammentreffen mit der Schriftstellerin bis zu Begegnungen mit ihren Romanen, Erzählungen, aber auch Reden oder Briefen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie unterschiedliche Personen in verschiedenen kulturellen und politischen Kontexten auf Anna Seghers als Dichterin und Mensch sowie auf ihre Texte aufmerksam geworden sind – sei es durch die Vermittlung in der Schule, durch Verfilmungen ihrer Romane und Erzählungen, durch Hörspieladaptionen oder Gestaltungen und Bezugnahmen durch andere SchriftstellerInnen und KünstlerInnen. Beleuchtet wird außerdem, wie sich die Lektüreeindrücke im Laufe der Jahre oder Jahrzehnte verändert haben.

25,00 €*
Kosovos Töchter

Roman

"Wieder in seinem Apartment, ging er in Gedanken alle Gesichter durch, die er im Treppenhaus gesehen hatte. Da musste der eine oder andere Mann dabei gewesen sein. Nein – oder? Und dieser Schwarm von Teenagern gestern, der sich vor ihm teilte und nach ihm wieder schloss, sodass er einen Augenblick mittendrin stand? Nein, kein einziger Junge. Im dritten Stock bogen die Mädchen in den Korridor ein. Ein unbestimmter Duft hing ihm so lange unter der Nase, bis er das Haus verließ. Lange stritt er die Erkenntnis ab, doch mit einem Mal ließ er sie zu: Ja, nur Frauen. Warum war ihm das nicht früher aufgefallen?"  Anton, ein früherer deutscher Soldat, kehrt nach gut fünfzehn Jahren nach Kosovo zurück, wo er 1999 mit der Nato eingerückt war. Er hatte damals vor einer serbischen Kirche Wache gehalten, da Racheakte seitens der Albaner befürchtet wurden. Hier suchte ihn täglich ein albanisches Mädchen auf, das er nun wiederzufinden hofft. An einer schweren Krankheit leidend, hat er sich in den Kopf gesetzt, eine verpasste Chance nachzuholen. In der Hauptstadt Prishtina mietet Anton ein Apartment. Erst nach und nach fällt ihm auf, dass in seinem Wohnblock ausschließlich Frauen wohnen. Hier erfährt er von einer feministischen Bewegung, die sich gegen die zählebigen patriarchalen Traditionen richtet. Aus Sicht der rebellierenden Frauen ist die junge, programmatisch diffuse Partei V.! wie gemacht für das Einsickern feministischer Kräfte. Antons Nachbarin ist die attraktive Sunita, die alle paar Tage Besuch von einem älteren Herrn bekommt, einem Franzosen, der für die „Internationalen“ arbeitet. Anton lernt auch die ältere Eli kennen, die als Präsidentin der Bewegung bezeichnet wird. Nach leidvollen Erfahrungen im Krieg hat sie eine NGO für Konfliktmanagement gegründet. Die zunehmende Radikalisierung der jüngeren Frauen bereitet ihr Sorgen. Und da ist die intellektuelle Veprore, die von den vereinigten Frauen des Balkan träumt. Plötzlich taucht in den Straßen ein modisches Accessoire auf: Immer mehr Frauen tragen einen Dolch am Gürtel. Die Stichwaffe schmückt, wirkt aber auch bedrohlich. Bei einem von V.! veranstalteten Volksfest kommt es in Prishtina schließlich zum Eklat …

22,00 €*
/ Schmoren im Paradies

Eine kulinarische Erzählung

Mit Collagen und Aquarellen von Ruth Tesmar

Ort der Handlung ist ein fiktives Paradies in der Mark Brandenburg, in dem eine Poetin, eine Literaturhistorikerin sowie der intellektuell angehauchte Kater Adam zusammenleben. Die Frauen haben den Plan, eine „kulinarische Erzählung“ zu verfassen, in der sie ihre jeweiligen Künste und Begabungen spielerisch zum Einsatz bringen. Die Erzählung zielt auf die Beschreibung eines Wochenablaufes anhand verschiedener praktischer und geistiger Genüsse: Es wird philosophiert, etymologisiert, theologisiert, politisiert, gastrosophiert, fantasiert, gegärtnert, gekocht, gefeiert, gedichtet und Skurriles aus persönlichem Erleben erzählt. Kater Adam, der gern Herr und Meister im Hause wäre, nährt sich zunehmend durch seine Eifersucht und den unbändigen Drang, seine eigene Katerphilosophie in das geplante Buch einf ließen zu lassen. Konflikte sind vorprogrammiert. Kurz bevor Adam der geistigen Hybris erliegt, naht die natürliche Rettung anhand einer rolligen Katzendame … Schmoren im Paradies ist ein Mosaik aus Gedichten, zum Teil autobiografischer Erzählung, Kurzessays sowie belletristisch geschilderten Kochrezepten. Die Autorinnen arbeiten vornehmlich mit Mitteln der Komik, (Selbst)Ironie, Satire, literarischer Anspielung und pointierter Prosa. Bei aller inhaltlichen Ernsthaftigkeit kann man das Buch auch als Persiflage auf den Boom von Koch-, Katzen-, Lebens- und Landfrauenbüchern lesen. KATER ADAM, in neunundneunzigster Generation aus einer Felis-Catus-Familie stammend, der bei Friedrich II. der Pferdestall unterstellt war, streifte mit drei Monaten als Globetrotter durchs Brandenburgische; Tapferkeitsverdienstkreuz am langen Band in Preußischblau; geheimes Privatstudium der Schönen Wissenschaften und Künste bei PD Prof. Dr. Murr; wegen exzessiver Raubzüge nach Futter und Gedankengut Exmatrikulation; seitdem Hausherr bei den Autorinnen, Promotion, Arbeit als freier Kritiker, mehrere vergebliche Heiratsversuche in verschiedene Adelskreise.

18,00 €*
Im Schutz von Adler und Schlange

Anna Seghers im mexikanischen Exil

"Die Zeit, die ich in Mexiko verbrachte, gehört zu den schönsten und wichtigsten Abschnitten meines Lebens. Das Land, seine Menschen und Landschaften werden mir immer nahestehen." (Anna Seghers)Die Flucht aus dem von Hitlers Truppen besetzten Frankreich gelang in letzter Minute. Ende Juni 1941 erreichte Anna Seghers mit ihrer Familie nach langer, hindernisreicher Schiffsreise Mexiko. Hier, in ihrem zweiten Exilland, hat sie ihren größten literarischen Erfolg errungen, die Veröffentlichung des Romans Das siebte Kreuz, hier erlitt sie aber auch den tiefsten Schmerz, als sie erfuhr, dass ihre Mutter deportiert und ermordet worden war. Dazu kam ein beinah tödlicher Unfall, der ihr viel Kraft raubte und sie für Monate aufs Krankenlager warf. Die Ankunft in der Neuen Welt sicherte Anna Seghers und vielen ihrer engen Freunde das Überleben und brachte ihnen die Begegnung mit einer für sie gänzlich neuen Kultur, einer farbenfrohen und temperamentvollen tropischen Welt. Mexiko, dessen Wappensymbole Adler, Schlange und Kaktus sind, hatte zahllosen Emigranten großzügig seine Tore geöffnet und ihnen uneingeschränkte Möglichkeiten gegeben, ihre berufliche, ihre künstlerische Arbeit fortzusetzen. In Mexiko beendete Anna Seghers ihren weltberühmten Roman Transit und schrieb die wunderbare Erzählung Der Ausflug der toten Mädchen. Auch später, als sie längst wieder in Berlin lebte, kehrte sie in ihren Erzählungen gedanklich immer wieder nach Mexiko zurück.

20,00 €*
Die Bibliothek des Kunsthistorikers und Volkskundlers Wilhelm Fraenger

Ein Bestandsverzeichnis

Schriftenreihe der Wilhelm-Fraenger-Stiftung Potsdam (3)

Carl Zuckmayer sagte über Wilhelm Fraenger: „Das Absonderliche, Seltsame, Geheimnisvolle in den Künsten und vor allem in der Volkskunde und Folklore war sein eigenster Bezirk, sein bevorzugtes Forschungsgebiet, in dem er mit abundanten Kenntnissen, mit genialem Einfühlungs- und Ausdrucksvermögen schaffte und wirkte.“ Die Bibliothek Wilhelm Fraengers, die in diesem Buch vorgestellt wird, legt davon ein beeindruckendes Zeugnis ab.

30,00 €*
Lebens Traum und Lebens Lauf

Zeitgenossen aus Ost und West im Gespräch

Für die Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegeben von Ringo Wagner

Das Forum Kultur und Politik ist die erfolgreichste Veranstaltungsreihe des Landesbüros Sachsen-Anhalt der Friedrich-Ebert-Stiftung. Seit 2002 stehen herausragende Akteure aus Kultur, Politik und Medien Rede und Antwort – über ihre Arbeitsbiografien und über Themen, die in ihrem Leben eine große Rolle spiel(t)en. Dabei kommen sie auch auf ihre familiären Wurzeln, auf Vorbilder und prägende Erlebnisse und Ereignisse zu sprechen. Als Initiator und Moderator immer auf der Bühne dabei: der Kulturwissenschaftler Paul Werner Wagner. Gemeinsam mit dem Journalisten Hans-Dieter Schütt hat er aus der Vielzahl der Gespräche eine Auswahl getroffen, die einen Querschnitt aus ost- und westdeutschen Backgrounds, politischen Haltungen und Lebenswegen abbildet: Carmen-Maja Antoni, Egon Bahr, Tissy Bruns, Friedrich Dieckmann, Frank Hörnigk, Rainer Karlsch, Peter Maffay, Karl Schlögel, Armin Mueller-Stahl, Michael Verhoeven, Antje Vollmer und Angel Wagenstein.

16,00 €*
/ / Theodor Fontane, Gerhart Hauptmann und die vergessene Moderne

Schriften der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft und Gerhart-Hauptmann-Häuser, 1

Der Band versammelt die Beiträge einer Berliner Tagung, die sowohl Gerhart Hauptmann als auch Theodor Fontane als Kristallisationspunkte der Moderne in den Blick nahm. Interdisziplinär und international werden verschiedene Akteure und die sie bestimmenden Diskurse beleuchtet und die Frage diskutiert, ob diese Phase der Moderne als vergessene Moderne beschrieben werden kann. Theater- und literaturtheoretische Positionen kommen dabei genauso zur Sprache wie biografische und kulturgeschichtliche Fragestellungen. Die Beiträge nehmen sowohl einzelne Akteure wie Adalbert von Hanstein, Carl Sternheim, Carl Hauptmann, Richard Dehmel, Wilhelm Bölsche und Hermann Bahr in den Blick wie auch Institutionen und Periodika wie die Freie Bühne oder die Deutsche Rundschau und deren jeweilige Verortung im kulturhistorischen Gefüge. Ab diesem Band wird die Reihe des Gerhart-Hauptmann-Museums Erkner um zwei weitere Herausgeber – die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft und die Gerhart-Hauptmann-Stiftung – ergänzt.

30,00 €*
Schweigen und Sprache

Literarische Begegnungen mit Ernst Wiechert

Schriften der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft, 6

Schriftenreihe der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft, Band 7 Der ostpreußische Schriftsteller Ernst Wiechert (1887–1950) zählt zu den Klassikern der deutschen Literatur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In den Jahren ihrer Erstveröffentlichung wurden einige seiner Bücher zu Bestsellern. Seine Dichtungen, die auch zur Schullektüre gehörten, spielten im kulturellen Leben Deutschlands eine bedeutende Rolle und wurden, in zahlreiche Sprachen übersetzt, nicht nur im deutschen Sprachraum gelesen. Ernst Wiecherts Bücher vermögen auch heute noch Brücken zu bauen und dienen der Verständigung mit Menschen in Polen und Russland, wo die Erinnerung an frühe Lebensstationen des Dichters gepflegt wird. Die Artikel und Betrachtungen des Bandes beschreiben den über drei Jahrzehnte langen Weg des Autors und seine literarischen Begegnungen mit dem ostpreußischen Dichter. Diese Sammlung soll dazu anregen, sich selbst dem Werk des Dichters durch eigene Lektüre zuzuwenden.

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