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Verschwörung einer Landschaft

Gedichte

Ausstattung: Klappenbroschur

Seitenzahl: 120

Format: 205 mm x 125 mm

ISBN: 978-3-96982-048-3

15,00 €*

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Veranstaltungen

Björn Hayer belegt den 2. Platz des Medienpreises der Bayerischen Landeskirche für seinen in der Frankfurter Rundschau erschienenen Text "Die Logik der Konfrontation".

Stillleben

Kaffeeränder zwischen den Papieren,
eine zu früh verlassene Schreibmaschine
neben der erloschenen Kerze.
         Wer hinterließ das Fenster nach dir?
Wer wird es wieder öffnen?

Nur ich bemerke deinen Duft in den Gardinen –
         flüchtig war dein Aufbruch, nie
genug Sein für deinen einsamen Planeten –
deine Hände, die mich noch streifen

Eine Landschaft kippt, ein Ich kehrt noch einmal zu seinem Geburtshaus zurück, das sich inzwischen hinter Efeuranken verschließt, derweil kreisen Gefühle um eine längst zur Chimäre gewordene Liebe – die neuen Gedichte von Björn Hayer berichten von Momenten des Umschlagens und der Verfremdung. Zugleich zehren sie von dem unbeirrbaren Versuch, Verlorenes wieder zu vergegenwärtigen. Und während ein Regen die Sonnenanbeter in Wallung versetzt und die Toten ins Diesseits rufen, ringt ein Subjekt immer wieder mit Blättern. Sie fallen von den Bäumen oder begegnen ihm als das weiße Papier. Was bietet die Fläche? Das Nichts oder doch die noch ungenutzte Möglichkeit? Klar ist: »Dichten, frei über der Erde, / ist das fünfte Element«. Sie setzt die Welt neu zusammen und vermag aus der Ferne heraus zum Nächsten zu drängen: »Vom Rande deines Tals höre ich / das Echo: Schlaf ein und bette dich, / bevor der Morgen anbricht.« Denn dann könnte alles schon vorbei und die Verschwörung von Natur, Traum und Bewusstsein vollends im Gange sein. 

Pressestimmen

Björn Hayer ist habilitierter Literaturwissenschaftler, überzeugter Tierethiker und gegenwärtig einer der sichtbarsten Theater- und Literaturkritiker. Seine Lyrik lebte bisher im Schatten seiner beruflichen Tätigkeiten. Das dürfte sich nun ändern. Denn sein neuer Gedichtband »Verschwörung einer Landschaft« etabliert ihn auch als unverwechselbare poetische Stimme.
Alexandru Bulucz, Buchkultur

Der Titel, der äußere Natur suggeriert, führt in Wirklichkeit in die innere Natur, zu Landschaft und Sex, Verschwörung und Verweigerung, Verlassenwerden, Momenten von Glück und Unglück. Besonders eindringlich: Das Langgedicht Fragment aus der Schlaflosigkeit mit seinen Bezügen zur Winterreise von Schubert. Wie hier von Liebe und Unglück gesungen wird, das ist große Kunst!
Sabine Schiffner, Lyrikerin

Die Gedichte in der „Verschwörung einer Landschaft“ erscheinen wie emotionale Reflexionen, in denen sich das lyrische Ich seiner empfundenen Innen- und Außenwelt an-nähert und gleichzeitig zu ihr einen poetischen Abstand herstellt.
Stefan Hölscher, Signaturen


  • Katharina Schmitz: "A-Z Hausautor:innen - V wie Verliebtsein", in: der Freitag, 9. Juni 2022
  • Redaktion: "TUPFEN DER ZUKUNFT", auf: planet lyrik, 20. April 2022
  • Alexandru Bulucz: "Spirituelles Dichten. Björn Hayers neue Gedichte kombinieren Umweltethik und Mystik", in: Buchkultur. Das internationale Buchmagazin, 1/2022
  • Stefan Hölscher: "Die Erde befühlen", in: Signaturen, 20. März 2022

Thematisch passend

Wundern

Gedichte

In den neuen Gedichten von Sabine Schiffner werden Geschichten von Verrat und Verlust, von Geburt und Tod, von Lebensfreude und Vergänglichkeit, von Familie und von Einsamkeit erzählt. Mit manchmal fast naivem, oft befremdetem Blick beobachtet sie und wundert sich über die jetzige und die vergangene Welt, die ihren biografischen Kosmos berührt. Die Worte kommen in diesen Gedichten scheinbar leichtfüßig tänzelnd daher und streifen einen wie im Vorbeigehen. Wenn man aber stehen bleibt und sich einlässt, sieht man hinter der rhythmischen und genau durchdachten Sprachkomposition die tiefe Wunde. Sabine Schiffners Sprache ist immer musikalisch, oft zugleich rau, Alltagssprache mit Hochpoetischem verbindend, ernüchternd, überraschend.kazimierz / krakaudie kuchendort im schaufenstersehen wie thorarollen auseine straße weiter wohntemordechaj gebirtigmit frau bluma und drei kinderndie fenster im keller des hauses ausdem sie ihn holtenstehen nun offenda schaut jeder rein und kann ihnsingen hörenund in den nahen synagogenbrauchst du die kippa nicht aufzusetzendie frauen am eingang lächelnden gästen aus deutschlandfreundlich zuvor einem caféblüht die braunäugige susannefünf złoty kostet dorteine tasse melange mitmohnstrudelLyriktalk: Sabine Schiffner und Silke Andrea Schuemmer stellen ihre neuen Bücher vor, 16. Mai 2022

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Im Sandmoor ein Android

Gedichte

Der Kritiker Björn Hayer fragte in einer Rezension von Şafak Sarıçiçeks 2019 erschienenem Lyrikband Kometen, Kometen: „Wer spricht hier? Gewiss ein Poet, der sich vollmundig in die Tradition der hohen Dichterpriester wie Hölderlin, George und Rilke samt deren Hang zu prophetischem Überschwang stellt. […]. Spricht hier ein Nostalgiker? Ja, aber mit Beschwingtheit und kraftvollem Funkenschlag!“ Mit Aplomb treten auch die Gedichte auf, die Im Sandmoor ein Android versammelt. Bemerkenswert ist ein Zyklus, der die Heidelberger Sammlung Prinzhorn – ein Museum für Kunstwerke aus psychiatrischen Kliniken – reflektiert und in kraftvolle Sprachbilder übersetzt. Überhaupt geht es in Sarıçiçeks Lyrik oft um Objekte, um Exponate. Kaum ein Gedicht ohne Auftritt lebender oder fossiler Pflanzen und Tiere. Dies alles gerät jedoch nicht zum Panoptikum, sondern ist immer auf das ambivalente Zusammenspiel mit denen bezogen, die es in der Hand haben, die Erde weiterexistieren oder untergehen zu lassen. Da, wo es um das Agieren der Menschen untereinander geht, wird ein tiefer Humanismus deutlich – und ein verhaltener Optimismus, dass es Homo sapiens gelingen wird, seine selbstzerstörerischen Kräfte ins Positive zu wenden.

14,00 €*