Im Sandmoor ein Android

Gedichte

Ausstattung: Klappenbroschur

Seitenzahl: 64 Seiten

Format: 205 mm x 125 mm

ISBN: 978-3-96982-021-6

14,00 €*

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Veranstaltungen

Mit Gedichten aus dem Band Im Sandmoor ein Android ist Şafak Sarıçiçek Preisträger des Preises der Heidelberger Autorinnen und Autoren 2021.

Şafak Sarıçiçek ist Writer in Residence Nanjing, 2021  und Teilnehmer des Literatur TANDEM letterario 2022 der Heimann Stiftung.

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Vergangene Veranstaltungen
26.10.2021 "Ein Schwarm sind wir", INSELGALERIE Berlin
29.9.2021 Grasgeflüster, Heidelberg
7.7.2021 Preisverleihung, Preis der Heidelberger Autorinnen und Autoren 2021

Der Kritiker Björn Hayer fragte in einer Rezension von Şafak Sarıçiçeks 2019 erschienenem Lyrikband Kometen, Kometen: „Wer spricht hier? Gewiss ein Poet, der sich vollmundig in die Tradition der hohen Dichterpriester wie Hölderlin, George und Rilke samt deren Hang zu prophetischem Überschwang stellt. […]. Spricht hier ein Nostalgiker? Ja, aber mit Beschwingtheit und kraftvollem Funkenschlag!“
Mit Aplomb treten auch die Gedichte auf, die Im Sandmoor ein Android versammelt. Bemerkenswert ist ein Zyklus, der die Heidelberger Sammlung Prinzhorn – ein Museum für Kunstwerke aus psychiatrischen Kliniken – reflektiert und in kraftvolle Sprachbilder übersetzt. Überhaupt geht es in Sarıçiçeks Lyrik oft um Objekte, um Exponate. Kaum ein Gedicht ohne Auftritt lebender oder fossiler Pflanzen und Tiere. Dies alles gerät jedoch nicht zum Panoptikum, sondern ist immer auf das ambivalente Zusammenspiel mit denen bezogen, die es in der Hand haben, die Erde weiterexistieren oder untergehen zu lassen. Da, wo es um das Agieren der Menschen untereinander geht, wird ein tiefer Humanismus deutlich – und ein verhaltener Optimismus, dass es Homo sapiens gelingen wird, seine selbstzerstörerischen Kräfte ins Positive zu wenden.

Pressestimmen

Die[se] Vieldeutigkeit, die ebenfalls durch die freie Gestaltung der Metaphern ermöglicht wird, eröffnet Lesenden einen zusätzlichen Vorstellungsraum. Zugleich tragen aber die wiederholten Übergänge zu Chiffren, analog zu der Technik des automatischen Schreibens, zu einer programmatischen Sinnverweigerung bei, so folgen sie eher klanglichen als semantischen Assoziationen. Häufig bilden sich gerade darüber besonders originelle Metaphern [...]
Noha Abdelrassoul, Signaturen

Kein Gedicht ist bloß ein Spiel, sagt ein Gedicht namens 'Spiel'. In Sarıçiçeks lyrischem Kosmos zieht sich Seide aus Gräsern. Ein Abendhimmel 'labt sich'; wird Subjekt und bestimmend in der Rolle, die Sarıçiçek ihm zuschreibt. Vielleicht sollte man an dieser Stelle etwas zum Modus operandi sagen, doch lassen Sie uns lieber noch verweilen im Assoziativen. Das Lächeln der Nachtkatze wird zu einem Heidelberger Ereignis.
Jamal Tuschick, Der Freitag

Die Lyrik von Şafak Sarıçiçek zeichnet Chiffren in die Spuren der Schönheit innerer und äußerer Orte, auch ihrer Melancholie: „Einsamkeit hat ihre Jahre vermietet / Einsamkeit, schwere Majestät //“. Dieser Dichter hat eine ganz außergewöhnliche Stimme.
Kerstin Fischer, Lyrikatelier Fischerhaus

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Thematisch passend

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Verschwörung einer Landschaft

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StilllebenKaffeeränder zwischen den Papieren,eine zu früh verlassene Schreibmaschineneben der erloschenen Kerze.         Wer hinterließ das Fenster nach dir?Wer wird es wieder öffnen?Nur ich bemerke deinen Duft in den Gardinen –         flüchtig war dein Aufbruch, niegenug Sein für deinen einsamen Planeten –deine Hände, die mich noch streifenEine Landschaft kippt, ein Ich kehrt noch einmal zu seinem Geburtshaus zurück, das sich inzwischen hinter Efeuranken verschließt, derweil kreisen Gefühle um eine längst zur Chimäre gewordene Liebe – die neuen Gedichte von Björn Hayer berichten von Momenten des Umschlagens und der Verfremdung. Zugleich zehren sie von dem unbeirrbaren Versuch, Verlorenes wieder zu vergegenwärtigen. Und während ein Regen die Sonnenanbeter in Wallung versetzt und die Toten ins Diesseits rufen, ringt ein Subjekt immer wieder mit Blättern. Sie fallen von den Bäumen oder begegnen ihm als das weiße Papier. Was bietet die Fläche? Das Nichts oder doch die noch ungenutzte Möglichkeit? Klar ist: »Dichten, frei über der Erde, / ist das fünfte Element«. Sie setzt die Welt neu zusammen und vermag aus der Ferne heraus zum Nächsten zu drängen: »Vom Rande deines Tals höre ich / das Echo: Schlaf ein und bette dich, / bevor der Morgen anbricht.« Denn dann könnte alles schon vorbei und die Verschwörung von Natur, Traum und Bewusstsein vollends im Gange sein. 

15,00 €*
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Wundern

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In den neuen Gedichten von Sabine Schiffner werden Geschichten von Verrat und Verlust, von Geburt und Tod, von Lebensfreude und Vergänglichkeit, von Familie und von Einsamkeit erzählt. Mit manchmal fast naivem, oft befremdetem Blick beobachtet sie und wundert sich über die jetzige und die vergangene Welt, die ihren biografischen Kosmos berührt. Die Worte kommen in diesen Gedichten scheinbar leichtfüßig tänzelnd daher und streifen einen wie im Vorbeigehen. Wenn man aber stehen bleibt und sich einlässt, sieht man hinter der rhythmischen und genau durchdachten Sprachkomposition die tiefe Wunde. Sabine Schiffners Sprache ist immer musikalisch, oft zugleich rau, Alltagssprache mit Hochpoetischem verbindend, ernüchternd, überraschend.kazimierz / krakaudie kuchendort im schaufenstersehen wie thorarollen auseine straße weiter wohntemordechaj gebirtigmit frau bluma und drei kinderndie fenster im keller des hauses ausdem sie ihn holtenstehen nun offenda schaut jeder rein und kann ihnsingen hörenund in den nahen synagogenbrauchst du die kippa nicht aufzusetzendie frauen am eingang lächelnden gästen aus deutschlandfreundlich zuvor einem caféblüht die braunäugige susannefünf złoty kostet dorteine tasse melange mitmohnstrudel

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