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Kurzer Roman über Hooligan Til

Ausstattung: Hardcover mit Schutzumschlag

Seitenzahl: 120

Format: 205 mm x 125 mm

ISBN: 978-3-96982-050-6

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Veranstaltungen

Mittwoch, 9. Oktober 2024
Ralph Hammerthaler liest Kurzer Roman über Hooligan Til

Ort: Stadion an der Schleißheimer Straße, Schleißheimer Str. 82, 80797 München



Vergangene Veranstaltungen
8.6.2024 Wir lesen das ganze Buch!, Buchhandlung Kisch & Co., Berlin
8.10.2023 Literaturkonferenz auf Burg Beeskow
18.6.2023 RessourcenZentrum, Oldenburg
12.4.2023 Helene-Nathan-Bibliothek, Berlin
10.3.2023 Minna Thiel, München
9.3.2023 CoLibris Buchhandlung, München
8.3.2023 Workshops, Ruperti-Gymnasium, Mühldorf am Inn
7.3.2023 Workshop und Lesung, Gymnasium Gars am Inn
19.1.2023 Lettrètage im Acud, Berlin
12.10.2022 Senftöpfchen, Duisburg
30.9.2022 Kulturbuchhandlung Jastram, Ulm
28.9.2022 Galerie im Ganserhaus, Wasserburg am Inn
8.9.2022 PREMIERE in der REH Geyersbach, Berlin

„Das war das erste Mal, dass ich was mitbekommen hab, das zweite Mal saß ich dann direkt daneben. Da hat er einen, ich glaub, ich spinn, einfach so umgehauen, bloß weil der das T-Shirt der Hooligans trug, ohne dass er dazugehörte. Aber das ist wie bei den Rockern, hat Til nachher erklärt, du kannst nicht einfach so tun, als wärste dabei.“

Der Alltag von Til, Ende dreißig, wird von einem magischen Viereck bestimmt: Da ist sein Job in der mittleren Führungsebene eines Logistikzentrums, den er verantwortungsbewusst wahrnimmt, da ist die Diskothek, an deren Tür er entscheidet, wer Zutritt hat und wer draußen bleibt, da ist seine Freundin Silja, mit der er eine liebevolle Beziehung führt, und da ist vor allem der Fußball, den er früher aktiv betrieb und dem er noch immer verbunden ist, nicht nur als Jugendtrainer, sondern auch als Mittelpunkt einer Hooliganclique. Seine Mannschaft: der Meidericher Spielverein 02 Duisburg. Vor allem wenn der MSV gegen Schalke oder Köln antritt, steht Randale auf dem Programm. Dann verabreden sich Til und seine Leute mit den gegnerischen Hools zum Kampf, bei dem sie brutal aufeinander losgehen und sich zugleich ein Katz- und Mausspiel mit der Polizei liefern.
Til ist ein Machertyp, breitschultrig, muskulös, präsent – einer, der gleichermaßen von Frauen wie von Männern bewundert wird. Doch er ist nicht unverwundbar, wie sich nach einem verhängnisvollen Kneipenabend zeigen wird …
Nach seinem Ruhrgebietsroman Die fünfte Nacht kehrt Ralph Hammerthaler nach Duisburg zurück, wo er wieder in das Alltagsleben kantiger Typen eintaucht. Gewalt von Hooligans beschönigt er nicht, doch verdammt er ihren Lebensstil auch nicht in Bausch und Bogen. So erscheint Til nicht als bloß brutaler Schläger, sondern hat auch sympathische Züge.

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Pressestimmen

Hammerthaler schreibt auch nicht gewöhnlich, sondern direkt, herzlich und sehr gut. Aus den Aufregungen abgezapft und lakonisch her erzählt. Hammerthaler sagt, er habe mit Fußball nichts am Hut, aber hat alle diese Leute kennengelernt. Sie heißen bei ihm Oh Oh Olli, Thai Eddi und Asbach.
Christof Meueler, nd Der Tag

Über seinen sozialkritischen Tenor hinaus besticht der Roman ferner auch durch seine authentische Unbesonnenheit und Krudität sowie durch seine Darstellungskraft des menschlichen Repertoires an Zerstörungswut und Gewaltlust. Gerade deswegen ist das Buch ein intensiver literarischer Impuls.
Alexander Kühn, mdr Kultur

pointiert und mit cooler Rasanz erzählt
Ralph Wilms, WAZ Oberhausen/Duisburg

Über Fußballhauer gibt es viel Unfug zu lesen, entweder kommt die Prosa aus der Szene selbst und gleitet ins Schwärmerische ab, oder aber der kritische Geist steht davor wie der Ochs vorm Berge und richtet, ohne etwas verstanden zu haben. Schon deshalb ist Ralph Hammerthalers Roman ein erfreulicher. Wie er es schafft, Interesse für diesen Hooligan Til zu wecken, ohne sich mit ihm gemein zu machen, das ist vielschichtig und hat Klasse.
11 Freunde

  • Thilo Schröder: "Er zeigt den Menschen hinter dem Hooligan", in: Nordwest-Zeitung, 17. Juni 2023
  • Werner Jung: "Etwas Nervöses über den Ruhrstädten Ralph Hammerthalers Romane Die fünfte Nacht und Kurzer Roman über Hooligan Til untersuchen gesellschaftliche Spaltungsmomente im Ruhrgebiet", in: Literaturkritik, April 2023
  • Ralf Koss: "Zwei Ruhrgebietsromane von Ralph Hammerthaler", in: stadionbus, 3. April 2023
  • Ralf Koss: "Halbzeitpausengespräch: Kurzer Roman über Hooligan Til", in: zebrastreifenblog, 2. April 2023
  • Redaktion: "Unter Hooligans. Ralph Hammerthaler stellt sein neues Buch Kurzer Roman über Hooligan Til in gleich zwei Lesungen vor", in: Süddeutsche Zeitung, München, 3. März 2023
  • Christof Meueler: "Fußball überleben. Ein Kampf dauert zwei Minuten: 'Kurzer Roman über Hooligan Til' von Ralph Hammerthaler", in: nd Der Tag, 19. Januar 2023
  • Alexander Kühn: "Wie tickt eine Szene? Eine poetisch-brutale Tiefenbetrachtung", in: mdr Kultur, Unter Büchern Spezial, 23. November 2022 (ab Min. 43:15)
  • Fabian Scherkenbach: "Definitiv eine Anschaffung wert", in: ekz.bibliotheksservice, 7. November 2022
  • 11 Freunde Club: "Die CLUB-Aktionen im Oktober", in: 11 Freunde, Oktober 2022
  • Heike Duczek: "Figur bricht Klischees über Hooligans. Der preisgekrönte Autor Ralph Hammerthaler liest in Wasserburg", in: Oberbayerisches Volksblatt, 23. September 2022
  • Ralph Wilms: "Der Hool aus dem Oberhausen-Roman. Ralph Hammerthaler bewahrt in ‚Kurzer Roman über Hooligan Til‘ kühle Distanz zur Gewalt-Szene", in: WAZ, 21. September 2022
  • Christian Huber: "'Autopoiesis' beim AK68", Veranstaltungsankündigung in: Wasserburger Stimme, 8. September 2022
  • "Lost-Grounds, Buenos Aires, Hool-Roman, DVD über Ultras & mehr", in: Faszination Fankurve, September 2022
  • Jens Kirschneck: "Ein Hooligan ist auch nur ein Mensch", in: 11 Freunde, September 2022


Titel dieses Autors

Kosovos Töchter

Roman

"Wieder in seinem Apartment, ging er in Gedanken alle Gesichter durch, die er im Treppenhaus gesehen hatte. Da musste der eine oder andere Mann dabei gewesen sein. Nein – oder? Und dieser Schwarm von Teenagern gestern, der sich vor ihm teilte und nach ihm wieder schloss, sodass er einen Augenblick mittendrin stand? Nein, kein einziger Junge. Im dritten Stock bogen die Mädchen in den Korridor ein. Ein unbestimmter Duft hing ihm so lange unter der Nase, bis er das Haus verließ. Lange stritt er die Erkenntnis ab, doch mit einem Mal ließ er sie zu: Ja, nur Frauen. Warum war ihm das nicht früher aufgefallen?"  Anton, ein früherer deutscher Soldat, kehrt nach gut fünfzehn Jahren nach Kosovo zurück, wo er 1999 mit der Nato eingerückt war. Er hatte damals vor einer serbischen Kirche Wache gehalten, da Racheakte seitens der Albaner befürchtet wurden. Hier suchte ihn täglich ein albanisches Mädchen auf, das er nun wiederzufinden hofft. An einer schweren Krankheit leidend, hat er sich in den Kopf gesetzt, eine verpasste Chance nachzuholen. In der Hauptstadt Prishtina mietet Anton ein Apartment. Erst nach und nach fällt ihm auf, dass in seinem Wohnblock ausschließlich Frauen wohnen. Hier erfährt er von einer feministischen Bewegung, die sich gegen die zählebigen patriarchalen Traditionen richtet. Aus Sicht der rebellierenden Frauen ist die junge, programmatisch diffuse Partei V.! wie gemacht für das Einsickern feministischer Kräfte. Antons Nachbarin ist die attraktive Sunita, die alle paar Tage Besuch von einem älteren Herrn bekommt, einem Franzosen, der für die „Internationalen“ arbeitet. Anton lernt auch die ältere Eli kennen, die als Präsidentin der Bewegung bezeichnet wird. Nach leidvollen Erfahrungen im Krieg hat sie eine NGO für Konfliktmanagement gegründet. Die zunehmende Radikalisierung der jüngeren Frauen bereitet ihr Sorgen. Und da ist die intellektuelle Veprore, die von den vereinigten Frauen des Balkan träumt. Plötzlich taucht in den Straßen ein modisches Accessoire auf: Immer mehr Frauen tragen einen Dolch am Gürtel. Die Stichwaffe schmückt, wirkt aber auch bedrohlich. Bei einem von V.! veranstalteten Volksfest kommt es in Prishtina schließlich zum Eklat …

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Die fünfte Nacht

Roman

Paul ist Straßenbahnfahrer in Duisburg. Als er sich auf ein Abenteuer mit der sehr viel jüngeren Séverine einlässt, zerbricht seine Ehe. Zwei Obsessionen befallen ihn immer wieder: Die eine kreist um eine nervöse Spannung, die für ihn in der Luft liegt, fast greifbar unter den Fahrgästen, die andere um Einstürze im durch den Bergbau unterhöhlten Revier, Tagesbrüche genannt – ein Wort, das ihm Furcht einflößt. In Gedanken sieht er die Gegend langsam, aber sicher versinken. Paul lernt die ungleichen Brüder Yann und Wolle kennen. Während Yann bei der Antifa aktiv ist und in einem Blog islamistische Strömungen anprangert, gilt Wolle als berüchtigter rechter Hooligan. Yann hat zwei beste Freunde, den Kurden Baran und den schwarzen Softwareentwickler Kymani, der fast irre wird bei der Frage, woher er komme, aber geduldig antwortet: aus Oberhausen. Vor einer Kneipe wird Wolle niedergestochen, worauf Yann ihn vorübergehend bei sich aufnimmt. Und dann stürzt eine rassistisch motivierte Amokfahrt alle in großes Entsetzen … Eindringlich schildert Ralph Hammerthaler unterschiedliche soziale Milieus und eine ganze Reihe von Figuren, die das Wort von der Migrationsgesellschaft, die das Revier seit Langem prägt, mit Leben erfüllen. Und er zeigt Risse auf, die sich für seine Protagonisten unmerklich auftun. Die Buchinformation zum Download.

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Unverlangte Poetikvorlesung

Ein Mann verliert sein Bewusstsein, ohne dass sein Körper dadurch beeinträchtigt wird. Der Körper trägt ihn durch die Stadt und über die Stadt hinaus. Als der Mann nach vier Stunden wieder zu sich kommt, sieht er seinen Körper immer noch gehen. Was macht einer mit dieser Erfahrung? Er schreibt seinen ersten Roman.Kurzweilig, ironisch und selbstironisch führt dieses Buch ins Gestrüpp der Recherchen. In Bogotá trifft der Autor auf einen Ex-Guerillero, der zu achtzig Prozent im Untergrund lebt. Leider ist ein Brief abgefangen worden, der ihn vor dem Treffen hätte warnen sollen. Für eine Oper über den NSKriegsverbrecher Alois Brunner lernt er Serge und Beate Klarsfeld kennen. In Kosovo fragt ihn während einer Fußball-Europameisterschaft Albin Kurti, der heutige Ministerpräsident, per E-Mail: »Who will win the game tonight???« Noch dazu erfahren wir, wie leicht es ist, symbolischen Widerstand auszuhebeln – durch aufgenötigtes Händeschütteln. Die Hand fühlt sich, wie Hammerthaler bezeugt, warm und fleischig an. Es ist die Hand des chinesischen Präsidenten Xi Jinping.In Hier lang erzählt Ralph Hammerthaler von Geschichten hinter den Geschichten, wie er sie in Romanen, Stücken und Opern umgesetzt hat. In vier eingebildeten Vorträgen folgt die Unverlangte Poetikvorlesung der Spur eines literarischen Lebens. Gleichzeitig lässt sie erkennen, warum Hammerthaler schreibt, wie er schreibt.

20,00 €*