/

Fasching

Mit Zeichnungen von Alfred Kubin, mit einem Nachwort von Stefan Rohlfs

Erkneraner Ausgabe, Bd. 1

Ausstattung: Hardcover

Seitenzahl: 56 Seiten

Illustrationen: 15 Abbildungen

Format: 205 mm x 125 mm

ISBN: 978-3-947215-60-7

12,00 €*

Sofort verfügbar, Lieferzeit 1-3 Tage

Das südöstlich von Berlin gelegene Erkner war von 1885 bis 1889 Wohnsitz Gerhart Hauptmanns. Der junge Bildhauer fand hier zu seiner eigentlichen Lebensaufgabe als Schriftsteller. „Mit der märkischen Landschaft aufs innigste verbunden, schrieb ich dort ‚Fasching‘, ‚Bahnwärter Thiel‘ und mein erstes Drama ‚Vor Sonnenaufgang‘. Die vier Jahre sind sozusagen die Ecksteine für mein Werk geworden“, resümierte Hauptmann später. Ort und Menschen gaben den Hintergrund für viele seiner Werke. So liegt auch der Novelle Fasching (1887) ein Unglücksfall zugrunde, bei dem im Februar 1887 eine dreiköpfige Familie im Flakensee ertrank. Mit den Zeichnungen des Grafikers Alfred Kubin (1877–1959), die 1925 eine Ausgabe des S. Fischer-Verlages illustrierten, bildet die Novelle den Auftakt zu einer Reihe mit hochwertig ausgestatteten und illustrierten Hauptmann-Werken, die in loser Folge fortgesetzt wird.

Pressestimmen

Klaus Hammer, Literaturkritik.de: "Aus regionalem Material holte Hauptmann ungeahnte seelische Energien heraus. Der Dialekt wird als Mittel psychologischer Vertiefung meisterhaft gehandhabt. Die kleinen Leute sind eins mit der Atmosphäre, mit der Landschaft. Hinter dichten Schleiern bleiben die Unerbittlichkeit und Gnadenlosigkeit der menschlichen Existenz sichtbar. Der Leser, vollkommen in das atmosphärische und personale Gewebe der Erzählung eingesponnen, findet sich am Schluss plötzlich als Aufgestörter wieder."
***
  • Juliane Breyvogel: "Von Föhren und Eis", auf: leselieber Bücher in der Bölschestraße, 11. Februar 2021
  • Manfred Orlick: "Hauptmann aus Erkner", in: Das Blättchen, 24. Jg, Nr. 2, 18. Januar 2021
  • Klaus Hammer: "Literatur und Illustration im Zusammenhang", in: Literaturkritik.de, 12. Januar 2021
  • Marion Dammaschke: "Hauptmann-Werkausgabe kommt aus Pankow. Ein Verlagsporträt", in: Märkischer Markt, 7./8. Oktober 2020
  • Marion Dammaschke: "Eine Verhängnissvolle Faschingsnacht", in: Märkischer Sonntag, Fürstenwalde, 29. Februar/1. März 2020 und Märkischer Markt, Strausberg, 4./5. März 2020
  • Marion Dammaschke: "Hauptmanns Erstlingswerk zum Auftakt", in: Märkische Oderzeitung, Erkner, 27. Februar 2020
  • Dunja Welke: "Neue Ausgabe einer Gerhart-Hauptmann-Edition unter Beteiligung der Hauptmann-Gedenkstätte Erkner", in: "Märkische Wandlungen" auf rbb Kultur, 21. Januar 2020

Weitere Bücher aus dieser Reihe

/ Die Insel der Großen Mutter oder Das Wunder von Île des Dames

Eine Geschichte aus dem utopischen Archipelagus, mit Aquarellen von Charlotte E. Pauly

Erkneraner Ausgabe, Bd. 2

Mit einem Nachwort von Stefan Rohlfs Ähnlich wie in dem Roman Atlantis von 1912 stellt Gerhart Hauptmann in seinem 1924 erschienenen Insel-Roman eine in sich geschlossene Gesellschaft dar, die dazu verurteilt ist, über einen gewissen Zeitraum vom übrigen Weltgeschehen abgeschottet zu existieren. Nach einem Schiffsunglück, bei dem alle Männer untergegangen sind, landen die geretteten Frauen und Kinder auf einer unbewohnten Südseeinsel. Die Frauen müssen ihr Leben organisieren und bauen ein Gemeinwesen mit Verwaltung und einem Regelwerk für das Zusammenleben auf. Als einige der Frauen schwanger werden, wird eine Religion der unbefleckten Empfängnis etabliert. Die Schwangerschaften werden fortan der Gottheit Mukalinda zugeschrieben. So postulieren die Frauen eine männerlose Gesellschaft, getragen von einer mutterrechtlich bestimmten Kultur. Alle männlichen Neugeborenen werden auf einen entlegenen Platz der Insel verbannt … Gerhart Hauptmann karikierte mit diesem Roman die aus seiner Sicht übertriebene Frauenemanzipation. 1916 begonnen, setzte er den Schlachten des Weltkrieges das Bild der lebenserhaltenden mütterlichen Kraft entgegen. Dem Untergang folgt die Erschaffung einer neuen Kultur. Insofern greift der auf den ersten Blick utopische Romanstoff durchaus Fragen der Zeit auf. Der zweite Band der Erkneraner Ausgabe von Gerhart Hauptmanns Werken enthält erstmals den Aquarell-Zyklus, den die Künstlerin Charlotte E. Pauly (1886–1981), vom Roman inspiriert, geschaffen hat.

20,00 €*
Neu
/ Der Ketzer von Soana

Mit Radierungen von Hans Meid, mit einem Nachwort von Stefan Rohlfs

Erkneraner Ausgabe, Bd. 3

Mit der erstmals 1918 in der Neuen Rundschau veröffentlichten Novelle Der Ketzer von Soana feierte Gerhart Hauptmann einen der größten Erfolge als Erzähler. Hauptmann schildert hier die leidenschaftliche Liebe des jungen Priesters Francesco zu der fünfzehnjähigen Ziegenhirtin Agata. Im letzten Kriegsjahr war das Publikum für solch einen Stoff empfänglich, es war von der Sehnsucht nach Frieden erfüllt und der militärischen Thematik überdrüssig. So kam die Novelle, die eine Glückserfüllung vergegenwärtigte, gerade recht. Selten fielen die Rezensionen für ein Hauptmann-Werk so unterschiedlich aus. Während evangelische Kirchenkreise die Novelle zum Anlass nahmen, eine heftige Attacke gegen Autor und Verlag zu führen, zeigten sich Vertreter der literarischen Moderne begeistert und sahen darin eine „tiefe, heilende Erquickung“ (Walther Rathenau). Dem dritten Band der Erkneraner Ausgabe sind die Radierungen von Hans Meid beigegeben, mit denen die Ausgabe von 1926 bei S. Fischer illustriert war.

15,00 €*